Microsoft sperrt in China Begriff «Freiheit»
13.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
In China dürfen die Begriffe «Demonstration» und «Unabhängigkeit Taiwans» in Seitentiteln des MSN-Portals nicht mehr benutzt werden - man halte sich an die Landesgesetze, wurde die Aktion kommentiert.
Microsoft hat auf seinem chinesischen Internet-Portal die Begriffe «Demokratie» und «Freiheit» gesperrt. Wie die britische «Financial Times» berichtet, ist es damit nicht mehr möglich, die zensierten Begriffe als Seitenüberschrift im Blogging-Bereich des Portals zu verwenden.
Versucht man es trotzdem, erscheint die Nachricht: «Dieser Beitrag enthält verbotene Sprache. Bitte löschen Sie die verbotene Sprache aus ihrem Beitrag.»
Im normalen Text der Blogs können die Begriffe zwar vorerst weiter verwendet werden, jedoch ist die Entscheidung, so genannte Reizwörter zu sperren, typisch für das Arbeitsweise einiger großer Internet-Anbieter: Um sich in Ruhe ein Stück vom chinesischen Internetmarkt sichern zu können, ist man bemüht, die Regierung in Peking nicht zu verärgern.
«Demonstration» gesperrtAuch die Begriffe «Demonstration», «Demokratiebewegung», «Unabhängigkeit Taiwans» fielen der Sperrung zum Opfer «Microsoft Network befolgt die Gesetze und Bedingungen der Länder, in denen es operiert», kommentierte das Unternehmen laut FT die Maßnahmen in China. Die Behörden dort versuchen seit langem, politische Diskussionen im Internet zu unterbinden. Derzeit arbeitet die Regierung an einer Verordnung, nach sich jeder registrieren lassen muss, der in China an einer Website arbeitet.
Microsoft Network war in diesem Jahr der erste internationale Konzern, der in China eine Lizenz für die Bereitstellung von Telekom-Mehrwert-Dienstleistungen erhielt. Das Unternehmen hatte dazu ein Joint Venture mit der Shanghai Alliance Investment gegründet, einer Tochterfirma der Shanghaier Stadtregierung. (nz)