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Pacman in der echten Welt

07. Jun 2005 07:58
Human Pacman aus der Spielerperspektive
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Wissenschaftler haben eine Version des Spiels Pacman entwickelt, in der der Spieler selbst als Pacman oder Monster agiert. GPS-Empfänger und Projektionsbrillen machen es möglich.

An der Universität von Singapur ist es Forschern gelungen, eine Pacman-Version zu entwickeln, in der der Spieler selbst in die Rolle der gelben Kugel schlüpfen kann – in der echten Welt, auf echten Straßen, mit echten Bäumen und anderen Spielern in der Rolle der Monster.

Wie der britische Rundfunksender BBC berichtet, sind die Spieler in der Real-Life-Variante des Spieleklassikers ausgestattet mit tragbaren Computern samt Bluetooth und Wireless LAN sowie Kopfhörern. Ihre genaue Position wird via GPS ermittelt, über eine spezielle Brille können Informationen ins Blickfeld projiziert werden – etwa virtuelle Kekse, die der Spieler «essen» kann, indem er durch sie hindurch läuft.

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Die ersten Testläufe absolvierten die Wissenschaftler auf einem 70 mal 70 Meter großen Areal auf dem Campus. Die Geister aus dem Spiel konnten den Pacman dadurch verschlingen, dass sie ihm die Hand auf die Schulter legten, die mit Bluetooth ausgestatteten energiespendenden Zuckerriegel wurden vorher von Assistenten auf dem Gelände deponiert. Auch an zusätzliche Online-Spieler dachte man an der Hochschule: In einer virtuellen 3D-Pacman-Welt können sie die Aktionen der echten Spieler verfolgen und ihnen Tipps zukommen lassen, die als Textnachricht in die Brillen eingespiegelt werden.

Quake als Real-Life-Spiel

Das Experiment in Singapur ist nicht das Einzige, das sich mit dem Spielen in einer Art erweiterten Wirklichkeit befasst: So entwickelten Wissenschafter an der Universität von Südaustralien einen realen Ableger des Shooters «Quake».

Allerdings stellt die reale Welt die Programmierer noch vor Probleme: Gängige GPS-Systeme können Positionen nur auf zehn bis 30 Meter genau bestimmen – für das Navigationssystem im Auto ist das genug, will man einen Spieler jedoch zum Beispiel durch eine Tür oder einen engen Spalt navigieren, reicht die Genauigkeit bei weitem nicht aus. Ein weiteres Problem sind Hochhäuser, die den Empfang der GPS-Signale blockieren.

Und dann wäre da noch der Preis: Ein komplettes System, wie es in der Pacman-Version aus Singapur benutzt wird, kostet zwischen 10.000 und 20.000 Dollar. Allerdings haben die australischen Quake-Forscher ein Start-Up gegründet, das seine Komponenten bis Ende 2006 auf den Markt bringen will – Zielpreis umgerechnet rund 300 Euro.

Den Entwicklern gemein ist dabei die Hoffnung, dass die erweiterte Realität das Spieler-Leben grundsätzlich verändern könnte: Schluss mit dem einsamen Sitzen vor dem Monitor - das Ziel ist eine Art Arena in der echten Welt, in der sich die Spieler bewegen und miteinander interagieren können. (nz)

 
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