02.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Lidl - noch wenig Übung im Umgang mit der GPL
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das neue Lidl-Notebook kann Fotos und Videos auch ohne gestartetes Windows wiedergeben. Dabei kommt Linux zum Einsatz - worüber sich die Open-Source-Programmierer nur bedingt freuen.
Open-Source-Programmierer werfen dem Discounter Lidl vor, gegen die Open-Source-Lizenz GPL zu verstoßen. Harald Welte, Gründer des Projekts gpl-violations.org, sagte, die so genannte Instant-On-Funktion des neuen Lidl-Notebooks nutze Linux, ohne dass die entsprechende Lizenz beiliege.
Es sei zwar in Ordnung, GPL-Software in kommerziellen Produkten einzusetzen. Dies sei aber nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. So müsse dem Kunden eine Kopie der Lizenz mitgegeben werden, so dass dieser über die GPL-Rechte informiert sei. Zudem muss der entsprechende Quellcode zur Verfügung gestellt werden.
Welte sagte, «die Freie-Software-Gemeinschaft freut sich, dass Notebook-Hersteller ihre Geräte mit vorinstalliertem Linux anbieten. Dennoch handelt es sich um urheberrechtlich geschütztes Material, bei dem die Lizenzbestimmungen zu beachten sind».
Auslöser des Streits ist die so genannte Instant-On-Funktion, mit der Video-DVDs, Audio-CDs, MP3- und Foto-Sammlungen wiedergegeben werden können, ohne dass Windows gestartet werden muss. Die Funktion beruht auf Linux. (nz)