01. Jun 2005 13:41, ergänzt 14:20
Das Kräftemessen zwischen der Europäischen Union und Microsoft geht in eine neue Runde. In Brüssel wird bereits über neue Strafen gegen den Software-Konzern gegrübelt.
Die Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union lässt sich bis zum Sommer Zeit bei der Entscheidung über mögliche neue Strafen gegen Microsoft. Ein Beschluss soll bis zum 20. Juli, dem letzten Sitzungstag der Europäischen Kommission vor der Sommerpause, gefasst werden. Das teilte der EU-Sprecher in Washington, Anthony Gooch, am Dienstag mit. Brüssel hatte Microsoft ein Ultimatum gestellt, das Dienstagnacht abgelaufen ist. Bis dahin sollte das Software-Unternehmen darlegen, wie es die Auflagen der EU-Wettbewerbshüter erfüllen wolle.
Der Softwarekonzern legte laut einem EU-Sprecher in der Nacht zum Mittwoch die letzten Unterlagen vor. Er sagte, es habe «Kontakte bis spät in die Nacht» gegeben.
Im März 2004 hatte die EU-Kommission angeordnet, dass Microsoft verschiedene Server-Protokolle gegenüber den Konkurrenten offen legen und eine Windows-Version ohne integrierten Media-Player anbieten müsse. Außerdem verhängte sie gegen den Konzern eine Geldbuße in Höhe von 497 Millionen Dollar, weil er seine Marktmacht in der EU missbraucht habe. Dagegen hat Microsoft vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg Widerspruch eingelegt. Das Unternehmen soll im Laufe des Jahres angehört werden. (nz)