31. Mai 2005 11:39, ergänzt 17:41
In Israel sind dutzende Firmen mit Hilfe eines Computer-Virus ausspioniert worden, darunter auch ein Rüstungsbetrieb. Wie jetzt bekannt wurde, führt eine Spur nach Deutschland.
Vor einigen Tagen war die Polizei einem 41-jährigen Israeli mit deutschem Pass auf die Spur gekommen. Dieser soll ein Virusprogramm namens «Trojanisches Pferd» geschrieben und vermarktet haben. Die Software wurde im Auftrag von Industrieunternehmen heimlich auf den Rechnern von Mitbewerbern installiert und versandte deren interne Dokumente via Internet an die Auftraggeber der Spionage. Wie die deutsche Polizei heute mitteilte, verfügt der Mann, der in London lebt, auch über eine Wohnung im Kreis Freudenstadt. Sie wurde bereits durchsucht - allerdings ist nichts über die Ergebnisse der Aktion bekannt. Auch zu eventuellen Auftraggebern oder Opfern in Deutschland wurde nichts öffentlich.
Insgesamt wurden in Israel bisher rund 20 Personen verhaftet oder unter Hausarrest gestellt – die meisten von ihnen bekleiden Positionen im mittleren Management von Industrieunternehmen. Betroffen sind unter anderem zwei Mobilfunkunternehmen, ein Kabelnetzbetreiber sowie ein Auto-Importeur. Die Ermittlungen sollen nun auch auf die Eigner und Unternehmenschefs ausgedehnt werden.Die Polizei geht davon aus, dass etwa 60 Firmen ausspioniert wurden. Als Reaktion hat das israelische Justizministerium angekündigt, eine Spezialeinheit aufzubauen, die sich nur mit Verbrechen im IT-Bereich befassen soll. (nz)