netzeitung.deMicrosoft startet Web-Portal in China

 Herausgeber: netzeitung.de

Microsoft-Chef Bill Gates (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Microsoft-Chef Bill Gates
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Microsoft will mit einem neuen MSN-Portal in China mehr Inhalte und Services anbieten. Der Konzern tritt aber damit in direkte Konkurrenz zu bereits etablierten Anbietern.

Der Software-Konzern Microsoft hat in China sein Portal erweitert. «Wired News» berichtet, damit wolle Microsoft seine Position in dem weltweit zweitgrößten Internet-Markt ausbauen.

Das Portal wird durch Shanghai MSN betrieben, ein Joint Venture, das Microsoft mit dem staatlichen Unternehmen Shanghai Alliance Investment gegründet hatte. Beide Firmen halten jeweils 50 Prozent an MSN China.

Eine von drei Lizenzen erhalten
Shanghai MSN konnte sich unter anderem Lizenzen für Dienste der Telekommunikation sichern. MSN China kann dadurch SMS-Services anbieten, die in dem asiatischen Land eine der lukrativsten Einnahmequellen für Internet-Unternehmen darstellen.

Das chinesische Ministerium für Telekommunikation vergibt erst seit 2001 entsprechende Lizenzen an Joint Ventures mit ausländischen Partnern. Damit erfüllt China eine der Bedingungen für den Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO. «Wir sind eines von drei Unternehmen, das bisher eine solche Lizenz erhielten», sagte Sharon Baylay, Regionalmanager von MSN für den asiatischen Markt, laut «de.internet.com».

Microsoft will nun mit den großen chinesischen Portalen in direkte Konkurrenz treten. Der Konzern kündigte an, dass das Portal mehr Kommunikationsmöglichkeiten und Informationen anbeiten wolle, als das bisherige MSN-Services wie Hotmail oder Messenger, die Microsoft bereits in China unterhält.

Prüfung der Inhalte vor der Veröffentlichung
Yahoo und Google hatten bereits chinesische Portale bereitgestellt und ihre Position auf dem chinesischen Markt gefestigt. Ein Analyst, dessen Name bei «Wired News» nicht genannt wurde, vermutete jedoch, dass für Microsoft harte Zeiten anbrächen: Da Microsoft relativ spät in den chinesischen Markt eingestiegen sei und auch nur mit weitgehend unbekannten Partnern zusammenarbeite, müsse Microsoft erst Zugkraft gewinnen, sagte er.

Die Inhalte für das erweiterte Portal werden bei lokalen Partnern eingekauft, hieß es. Um Probleme mit der Zensur durch den Staat zu vermeiden, wird ein eigenes Team die Inhalte vor ihrer Veröffentlichung überprüfen. (nz)