24.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Bislang muss man auf dutzenden Internetseiten nach Dateien der Tauschbörse Bittorrent suchen. Das soll sich in wenigen Tagen ändern.
Die Erfinder der Internet-Tauschbörse Bittorrent planen eine zentrale Suchmaschine für Dateien. Innerhalb der nächsten zwei Wochen werde das Tool auf der offiziellen Bittorrent-Site in Betrieb gehen, berichtet die Online-Zeitung Wired News.
Finanziert werden soll die Suche mit Werbung. Produktionschef Ashwin Navin kündigte an, die Suchergebnisse würden sowohl nach Relevanz wie Verfügbarkeit der Dateien sortiert.
Die Tauschbörse Bittorrent war in den vergangenen Monaten von der Film- und Musikindustrie immer wieder scharf kritisiert worden, weil dort vielfach urheberrechtlich geschützte Dateien getauscht werden. Die Software macht selbst das Tauschen großer Film-Dateien leicht, nach Schätzungen wird derzeit mehr als die Hälfte der Dateien im Internet über Bittorrent getauscht.
Rechtlich progblematischExperten halten die zentrale Suche auf der offiziellen Bittorrent-Site deshalb für rechtlich problematisch. Mark Lemley, Jura-Professor an der Stanford Universität, sagte Wired News, die Seite mache sich so zu einem roten Tuch für die Unterhaltungsindustrie. Bittorrent habe sich von anderen Tauschbörsen unterschieden, weil es keine zentrale Vermittlung gab. Aus diesem Grund mussten zwar mehrere Bittorrent-Websites schließen, gegen die Software an sich klagte jedoch niemand.
Lemley geht davon aus, dass Bittorrent gerichtlich verpflichtet werden könnte, alle illegalen Dateien aus dem Suchindex zu nehmen. «Ich denke, die Suchmaschine an sich ist nicht illegal», so Lemley. Möglicherweise würden die Bittorrent-Betreiber aber bald nur noch damit beschäftigt sein, Links zu entfernen. (nz)