netzeitung.deLycos speichert keine IP-Adressen der Nutzer

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Lycos bewahrt die IP-Verbindungsdaten seiner DSL-Kunden nicht auf. Die Unterhaltungsindustrie freut das wenig.

Wer mit Lycos surft, braucht keine Sorge zu haben, von der Musikindustrie verklagt zu werden. Das Unternehmen speichert die sensiblen IP-Verbindungsdaten seiner Nutzer nicht.

Die Musik- und Filmindustrie fordert seit Jahren ein entsprechendes Gesetz, auch Innenminister Otto Schily (SPD) hofft, so Terroristen und andere Straftäter fassen zu können. Lycos aber hat entschieden, die Daten seien zur Abrechnung mit den Kunden nicht nötig.

Das britische Magazin «The Register» berichtet, ein Jurist der Frankfurter Universität habe von Lycos gefordert, ihm über seine gespeicherten Daten Auskunft zu geben. Zur antwort bekam er, bei Lycos würden IP-Adressen nicht gespeichert. Lediglich die DSL-Bandbreite sowie die Vorwahl des Einwahlknotens würden aufbewahrt.

Rückschlag für Unterhaltungsbranche
Die Unterhaltungsindustrie dürfte das wenig freuen. Sie versucht seit langem, über die IP-Adressen an Internet-Nutzer zu kommen, die illegal Musik, Videos und Software tauschen.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein deutsches Gericht entschieden, die Provider müssten der Unterhaltungsindustrie im Kampf gegen Raubkopierer keine Auskunft über ihre Kunden geben. Das Oberlandesgericht Hamburg entschied, die Provider seien dazu nicht verpflichtet, weil sie nicht selbst an der strafbaren Handlung beteiligt seien.