netzeitung.deRoboter spielen auf der Expo Blasmusik

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Auf der Expo in Japan zeigen Roboter, was bislang unmöglich schien. Sie spielen Musik auf Blasinstrumenten - und beweisen echte Feinmotorik.

Von Stefan Grundhoff

Im abendlichen Fernsehprogramm hat sich das Publikum an den Trompeter Stefan Mross und seine Kollegen gewöhnt. Dass es eigentlich keine Menschen mehr braucht, um Blasinstrumente zu spielen, zeigt der Autobauer Toyota auf der Expo 2005 im japanischen Aichi.

Bei den japanischen Platzherren herrscht Zukunftsmusik im besten Sinne. Toyota zeigt, wie bizarr die Feinmotorik von Robotern mittlerweile eingesetzt werden kann – zum Spielen von Blasmusik.

In der imposanten Hightech-Arena spitzt ein strahlend weißer Roboter am blechernen Mundstück die Lippen und bläst nach Lust und Laune in die Trompete. Kein Tonband, keine Magie, sondern echte Lippentechnik machen das musikalische Kunstwerk möglich. Perfekte Feinmotorik: Die weißen Roboter besitzen Finger, Lippen und Resonanzkörper, mit denen sie den Blechblasinstrumenten wohlklingende Töne entlocken.

Die Ingenieure scheinen ihnen ein gutes Stück Rhythmusgefühl implantiert zu haben. Weder das japanische Trompetensolo noch der gesamte Bandauftritt müssen sich vor der Konkurrenz im deutschen Abendprogramm verstecken. Im realen Leben sollen die Roboter dagegen die alternde Bevölkerung in den Industrienationen unterstützen.

Die Alleskönner können mit ihren allzu menschlichen Merkmalen Senioren im Alltag mit Tat zur Seite stehen: Einkaufen, Spazierengehen und einfache Arbeiten im Haus sind nur einige der Beispiele.

Robotertechnik auch im Auto
Die Expo 2005 zeigt eindrucksvoll, auf welchem Weg die Robotertechnik derzeit ist. Schließlich hat das Hightech-Zeitalter längst begonnen. Doch nicht nur bei den Robotern geben die Asiaten derzeit die Schlagzahl vor. Die Helfer von Morgen sind auf der Expo untrennbar mit beeindruckenden Innovationen zum Thema Mobilität vernetzt.

Im Toyota-Pavillon wird das mobile Leben von Morgen vor Augen geführt. Die mobile «i-unit» ist das erste Fahrzeug, das sich um den Fahrer schmiegt. Dieser Einsitzer verfügt über einen Elektroantrieb, es kann sich Umgebung und Verkehrsgeschehen variabel anpassen.

Im Stadtverkehr sitzt der Pilot aufrecht, leicht erhöht und hat mit dem Auto beste Chancen einen Parkplatz zu finden. Im Citymodus ist die «i-unit» gerade einmal einen knappen Meter lang und kann sich sogar auf der Stelle drehen. Geht es auf die Landstraße, wird die i-unit zum Spaßmobil mit Liegesitz. (nz)