netzeitung.deNazi-Spam dank vieler DSL-Anschlüsse

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Nazi-Spam im Posteingang Screenshot: nz (Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nazi-Spam im Posteingang Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bereits drei Tage lang verschickt der Wurm Sober hunderttausende Spam-Mails. Grund für die große Verbreitung sei auch die DSL-Technik, sagte ein Experte im Gespräch mit der Netzeitung.

Von Peter Schink

Noch nie erreichten die Internet-Nutzer innerhalb weniger Tage so viele Spam-Mails. Seit Sonntag verschickt Sober.Q den Nazi-Spam, und nach Ansicht von Experten ist damit auch erst am 22. Mai Schluss.

Rainer Link vom Sicherheits-Unternehmen Trendmicro sagte der Netzeitung am Dienstag, man gehe derzeit davon aus, dass der Virus versuche, ab dem 23. Mai weitere Komponenten nachzuladen. Was dann passiere, sei jedoch noch nicht abzusehen.

Link sagte, zwar seien im Vergleich zu anderen Attacken relativ wenige Rechner mit Sober.Q infiziert, trotzdem sei die hohe Anzahl der verschicktne Spam-Mails derzeit enorm.

«Grund dafür ist auch, dass immer mehr Rechner mit DSL-Anschlüssen und Flatrates stundenlang im Internet sind», so Link. Die Nutzer der befallenen Rechner würden kaum merken, dass diese im Hintergrund über mehrere Stunden hunderte Mails verschickten. «Im Modem-Zeitalter wäre das nicht so einfach gewesen», sagte er, weil den Modem-Nutzern sehr schnell aufgefallen wäre, dass der Wurm den Netzzugang verlangsamt.

Ärgerlich für Benutzer
Trotz des erhöhten Mail-Aufkommens ist der Datenverkehr im Internet bislang noch nicht verlangsamt. Auch sei bislang noch nicht bekannt, dass Mail-Provider Probleme mit ihren Servern hätten.

Ärgerlich ist der Nazi-Spam für viele Benutzer aber trotzdem, da die Die Spam-Programme nicht in der Lage sind, die Nazi-Mails auszufiltern. «Die Mails haben einfach keine typischen Merkmale»,so Link. Es gebe keinerlei heuristische Methode, mit der es möglich wäre, solche Mails zu blockieren, da es sich um einfache Textmails ohne auffällige Stichwörter handele.