netzeitung.deHunderte US-Städte wollen kabellos surfen

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WLAN-Router (Foto: elektrosmog.nu<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe WLAN-Router
Foto: elektrosmog.nu
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Manche US-Städte sehen das drahtlose Surfen im Internet als ebensolchen Service an wie die Einrichtung einer Wasserversorgung und von Erholungsparks. Gegen die WLAN-Netze gibt es aber auch Proteste.

In den USA planen mehrere Städte, kabellose WLAN-Netze einzurichten. Das würde es den Einwohnern ermöglichen, an jedem Ort ins Internet zu gehen. Etwas mehr als hundert Städte wollen sich an dem Vorhaben beteiligen - von kleinen wie Nantucket in Massachusetts bis zu Metropolen wie Philadelphia.

Förderung der lokalen Wirtschaft
Laut Daniel Aghion, der in der vergangenen Woche eine Konferenz zur Umsetzung dieser Pläne organisiert hatte, planten etwa 1000 Gemeinden weltweit, einen drahtlosen Internetzugang anzubieten. Einer der Befürworter der Aktion ist Glen Sangiovanni, Bürgermeister der Stadt St. Cloud in Florida.

«Wir sehen das als einen Service an wie Wasser, Abwasserkanäle, Parks und Erholungsmöglichkeiten», erklärte er sein Vorhaben. Bis Herbst will er in der gesamten Stadt den freien Internetzugang ermöglichen.

Ein freier ober billiger Internetzugang bringt nach Meinung der Befürworter viele Vorteile mit sich: Er befördere die lokale Wirtschaft, verbessere Polizei-Kontrollen und andere städtische Einrichtungen. Zudem ermuntere er die Bewohner ärmerer Viertel, ebenfalls das Internet zu nutzen.

Warum Millionen von Steuergeldern verschwenden?
Mit ihrem Vorhaben ziehen die Befürworter dieser Initiative allerdings den Protest der Telekommunikationsgesellschaften auf sich, die Breitbandzugänge verkaufen und sich gegen die Pläne wehren. Auf ihr Betreiben hin haben bereits 13 Staaten Gesetze verabschiedet, die es Städten verbieten, eigene Netze anzubieten.

Allison Remsen, Sprecherin der «U.S. Telecom Association» sagte: «Gemeinden müssen sich heute so vielen Herausforderungen stellen - warum um alles in der Welt sollten Städte Millionen von Steuergeldern verschwenden, um mit Betreibern zu konkurrieren, die bereits einen schnellen Internet-Service anbieten?»

Die Städte machen wiederum für ihre Entscheidung das Verhalten der Kabelgesellschaften verantwortlich: Es sei nicht ihr Ziel, mit kommerziellen Anbietern zu konkurrieren, sagten sie. Sie wollten jedoch nicht an bestimmte Firmen gebunden sein. Viele Gesellschaften hätten kein Interesse gezeigt, WLAN, freie oder verbilligte Dienste einzurichten. Manche hätten sich sogar dagegen gesperrt, Breitbandzugänge anzubieten, sagten Mitarbeiter. (nz)