netzeitung.deGoogle nutzt auch die «Nationalzeitung»

 Herausgeber: netzeitung.de

Google News versucht, möglichst viele Nachrichten im Web zu sammeln und zu verlinken. Sowohl in Deutschland als auch in den USA werden dabei auch Nachrichten aus dem nationalistischen Milieu verlinkt.

Von Peter Schink

Die Nachrichtenseite von Google verweist auch auf Meldungen aus nationalistischen Zeitungen. «Google News» listet in Deutschland Nachrichten der «Nationalzeitung», in den USA die rechtsradikale Seite «National Vanguard».

Die «Deutsche Nationalzeitung» wird vom Münchner Druckschriften- und Zeitungs-Verlag herausgegeben, der dem DVU-Gründer und langjährigen Parteivorsitzenden Gerhard Frey gehört.

Bei Google heißt es, man wolle einen möglichst umfassenden Blick auf das Nachrichtengeschehen gewähren. Deshalb liste man Nachrichten aus dem linken Spektrum genauso wie aus dem rechten Spektrum.

Problematisch ist allerdings, dass Google die Listung einzelner Artikel nicht steuern kann. Bei «Google News» landen so nationalistisch eingefärbte Artikel ohne redaktionelle Auswahl.

So listete «Google News» nach dem Mord an dem Münchner Modemacher Rudolf Moshammer aus der «Deutschen Nationalzeitung» einen Text unter der Überschrift «Moshammer-Mord: Kriminelle Ausländer Raus!» oder Artikel mit Formulierungen wie «Deutsches Geld für deutsche Aufgaben».

Google lobt «politische Unabhängigkeit»
Der Sprecher von Google, Stefan Keuchel, verteidigte das Nachrichtenangebot mit der «politischen Unabhängigkeit» des Angebots. Er sagte der Netzeitung, «wir schlagen uns weder auf die eine oder andere Seite». Werde man auf strafrechtliche Inhalte hingewiesen, werde man natürlich umgehend reagieren. Er gestand jedoch ein, dass nicht einzelne Artikel entfernt werden können - sondern nur komplette Nachrichtensites.

Zugleich lobte Keuchel die Technologie von «Google-News». Die Nutzer könnten sich so immerhin aus verschiedenen Blickwinkeln informieren.