netzeitung.deGoogle goes Open-Source

 Herausgeber: netzeitung.de

Die Suchmaschine Google hat ein Open-Source-Portal gestartet. Darauf sollen alle offenen Programme der Firma verfügbar sein. Es ist auch eine Attacke gegen Microsoft.

Google hat mit «Google Code» eine neue Open-Source-Seite gestartet. In dem Angebot werden alle freien Programme gelistet, die die Suchmaschine derzeit nutzt und außerdem erläutert, wie man Google-Technik in eigene Entwicklungen mit Hilfe so genannter «APIs» integriert.

Zeichen der Zuneigung
«Für uns ist freie und quelloffene Software sehr wichtig», heißt es auf der Seite, «dieses Angebot ist ein Ausdruck dieser Zuneigung». Beobachter sehen das neue Portal auch als gegen Microsoft gerichtet - der Softwarekonzern, der immer mehr zum Google-Konkurrenten wird, weil die Suchmaschine eigene Anwendungen bereitstellt, setzt nach wie vor auf geschlossene Quellen, was die Linux- und Open-Source-Bewegung stark kritisiert.

Laut Google-Angaben will man künftig im Wochentakt neue freie Projekte online stellen. Den Anfang machten eine Programmierschnittstelle sowie ein Paket an Bibliotheken. Die gezeigten Arbeiten sind allesamt bei Google im Produktionseinsatz und stehen unter der so genannten BSD-Lizenz. Damit ist es möglich, die Projekte der Suchmaschine auch in eigenen Programmen zu nutzen und zuvor den verwendeten Quellcode einzusehen.

In die Community eingeordnet
Die einzelnen Google-Programmprojekte liegen nicht auf Google-Servern - statt dessen wird auf die populäre Open-Source-Plattform Sourceforge gesetzt. Sinn dieses Vorgehens ist offenbar auch, sich stärker in die Free-Software-Community einzuordnen, die auf Großkonzerne nicht selten misstrauisch reagiert.

Google hat für seine Open-Source-Projekte auch einen eigenen Manager eingestellt - Chris DiBona stellte «Google Code» am Donnerstag bei der Emerging Technology-Konferenz in San Diego vor, was viele interessierte Besucher anlockte.


Für das Web ediert von Ben Schwan