17.03.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Im Sommer will Microsoft nach vier Jahren wieder eine neue Version seines Internet Explorers veröffentlichen. Web-Experten kritisieren, dass der Konzern Standards ignorieren will.
Microsoft wird seine für Sommer geplante erste neue Version des Browsers Internet Explorer nur teilweise an aktuelle Web-Standards anpassen. «IE 7» soll laut Angaben von Entwicklern zwar eine verbesserte Unterstützung für die WWW-Technik «CSS 2.1» bieten, den Standard aber nicht ganz erfüllen.
Lauter ProtestEntsprechende Ankündigungen im Internet Explorer-Weblog sorgten für lautstarke Proteste seitens der Webdesign-Community, die spezielle Versionen ihrer Seiten für den Internet Explorer erstellen muss, die nicht den offiziellen Standards der Weborganisation W3C entsprechen. «Vage Forderungen, ohne absehbares Ende 'Standards' zu erfüllen, helfen unserem Entwicklungsprozess nicht», so Entwickler Chris Wilson.
IE 7 soll im Sommer in einer ersten Vorabversion (Beta) erscheinen und die wichtigsten Probleme lösen, die das Produkt seit seinem letzten großen Upgrade vor vier Jahren mit sich herumschleppt - vor allem im Sicherheitsbereich. Ursprünglich hatte Microsoft gar nicht vorgesehen, eine neue Internet Explorer-Variante anzubieten - statt dessen sollten die Benutzer das Erscheinen der nächsten Windows-Version («Longhorn») in den nächsten zwei Jahren abwarten.
Thema SicherheitErste Informationen zur IE 7-Entwicklung, die von Microsoft-internen Quellen stammen, sprechen von einer Unterstützung für Tabs, einen eingebauten RSS-Reader sowie Verbesserungen bei der Bilddarstellung im PNG-Format. Außerdem soll es nicht mehr möglich sein, Lücken in dem Programm auszunutzen, um Schadanwendungen mit vollen Rechten auszuführen.
Ganz festgelegt scheint Microsoft auf seinen Standards-Verzicht aber noch nicht zu sein - als Reaktion auf die Webdesigner-Kritik gab sich das Unternehmen inzwischen zahmer: «Webentwickler sind unsere Kunden», hieß es.