16. Mrz 2005 14:41
Die Hackervereinigung Chaos Computer Club hat auf der Cebit ihren Antipreis für Datenmissbrauch vergeben. Diesmal wurde die Bundesdruckerei «ausgezeichnet» - wegen ihrer biometrischer Pässe.
Der Chaos Computer Club (CCC), Deutschlands größte Hackervereinigung, hat am Dienstag ihren Antipreis «CCCeBIT» vergeben. Die «Auszeichnung» wird regelmäßig an «Datenkraken» vergeben - Firmen und Institutionen, die den Datenschutz missachten oder das Recht auf informationelle Selbstbestimmung missachten.«Gewinner» war in diesem Jahr die Bundesdruckerei. Als Begründung gab CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn die aktuelle Forcierung von Projekten zur Einführung biometrischer Reisepässe an, die die umstrittene RFID-Technik enthalten sollen. «Biometrische Merkmale in Ausweisdokumenten sind sinnlos, gefährlich und teuer», so der Verein in seiner «Laudatio». Die Bundesdruckerei sei eine «große treibende Kraft» hinter der «Einführung von Fingerabdrücken und Funk-Chips in deutschen Reisedokumenten».
Dies sei jedoch kostenmäßig nicht vertretbar und vor allem «datenschutztechnisch sehr zweifelhaft». «Bisher hat die Regierung nicht darlegen können, wozu die BRD Biometrie und RFID überhaupt braucht oder wie dadurch ein echter Sicherheitsgewinn entstehen kann», kritisierte der Verein. Der «CCCeBIT»-Preis wurde der Bundesdruckerei an ihrem Stand überbracht.