Das Internet beginnt zu leuchten
10.03.2005
Herausgeber: netzeitung.de
In einigen Großstädten haben sich bereits so genannte Freifunk-Netzwerke gebildet, Gruppen von unabhängigen Computer-Fans, die solche Mesh-Netzwerke aufbauen. Im Berliner Osten, in den Stadtteilen Friedrichshain und Mitte wurden mit Hilfe der Technik bereits mehrere Kilometer überbrückt.
Das Problem bislang: Nur wenige WLAN-Router unterstützen die Technik, ihre Funk-Reichweite ist relativ gering. Ein neuer Funkstandard soll das nun ändern: Intel arbeitet an dem neuen WLAN-Standard 802.11s und hat dafür Anfang März erste Spezifikationen veröffentlicht.
Router, die diesen Standard unterstützen, sollen sich künftig mit anderen 802.11s-Routern Mesh-Netzwerke bilden können, die sich selbstständig immer wieder neue Zugangspunkte suchen. Fällt ein Knoten, ein so genannter «Node», im Netz aus, sucht der Router automatisch ein neuen.
Jedes Gerät im Mesh-Netz sucht immer den schnellsten Weg für die Datenübertragung. Steht an einem Knoten nicht genug Bandbreite zur Verfügung, ist nach dem neuen Protokoll auch eine Splittung der Daten möglich dann nimmt etwa der Datendownload einen anderen Weg durchs Mesh-Netz als das Voice-over-IP-Telefonat, das der Nutzer gerade führt.
Das Protokoll wird laut Intel auf den bereits verbreiteten Standards 802.11a/b/g aufbauen. Dadurch können auch ältere Computer ans Mesh-Netz angehängt werden. Bis spätestens Ende 2006 will Intel den Standard verbindlich formulieren, 2007 könnten die ersten Geräte auf den Markt kommen.
Ende 2005 sollen die ersten Winmax-Geräte in Deutschland auf den Markt kommen, die Telekom will Mitte des Jahres Wimax in zwei Pilotregionen starten. In Siegburg und Rheinbach will das Unternehmen etwa 250 Millionen Euro in die Technik investieren. Mit Hilfe dieser Technik lassen sich künftig auch leicht Gebiete mit Breitband-Internet versorgen, in denen bislang keine DSL-Anschlüsse gelegt werden konnten. (nz)

