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IT-Branche hat wieder mehr Stellen zu vergeben

08. Mrz 2005 09:40
Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft
Das Ende des Internet-Booms im Jahr 2000 führte zu Massenentlassungen in IT-Unternehmen. Doch die Branche hat sich erholt - was sich in zweistellligen Zuwächsen bei Stellenangeboten ausdrückt.

Von Verena Wolf

Pünktlich zum Auftakt der CeBIT haben die Arbeitgeber aus der Informationstechnologie-Branche Gutes zu vermelden: Es gibt wieder freie Stellen, Fachkräfte werden gesucht. «Der IT-Markt geht wieder aufwärts», sagt Stephan Pfisterer, Bildungsexperte beim Branchenverband BITKOM in Berlin. Zweistellige Zuwächse bei den Stellenanzeigen hat der Verband in den letzten Monaten verzeichnet. «Es gibt keinen Bereich mehr, der richtig schwächelt», sagt Pfisterer.

«Seit dem Boom-Jahr 2000 und der nachfolgenden Marktbereinigung beobachten wir seit gut einem halben Jahr wieder leicht positive Effekte am IT-Arbeitsmarkt», sagt Davide Villa, der Europa- Vorstandsvorsitzende der Online-Jobbörse Monster. «Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend mittelfristig festigen wird.» Innerhalb der Branche sind besonders Softwareentwicklung und -einführung und IT-Consulting gefragt. «Danach folgen SAP Beratung, Programmierung, Datenbanken, Netzbetreuung und Systemprogrammierung.»

Von der Waschmaschine bis zur Steuerungselektronik

«Alles, was mit Softwaretechnik zu tun hat, ist ebenfalls gefragt», sagt Cornelia Winter, Sprecherin der Gesellschaft für Informatik (GI) in Bonn. Von der Waschmaschine bis zur Steuerungselektronik für Autos funktioniert kaum noch ein Gerät ohne Chips. Auch nach Dienstleistungen und Support ist der Bedarf groß.

Dabei verteilen sich die Stellen auf Informationstechnologen, die ein Hochschuldiplom haben und auf solche, die eine Ausbildung in den IT-Berufen abgeschlossen haben. «Wir beobachten einen Trend zu höher Qualifizierten, auch wenn damit nicht unbedingt promovierte Informatiker gemeint sind», sagt Pfisterer. Gute Möglichkeiten räumt er all jenen ein, die einen praxisorientierten Studiengang absolvieren oder nach sechs Semestern mit einem Bachelor abschließen. Sorgen allerdings macht dem Fachverband die Zukunft: «Wir haben jetzt schon weniger Studienanfänger, und ab 2008 sehen wir die Auswirkung der geburtenschwachen Jahrgänge», sagt er.

Auch Soft Skills bleiben wichtig

Wichtig für die Qualifikation bleiben aber weiterhin neben dem fachlichen Wissen die so genannten Soft Skills, soziale Kompetenzen. «Auch Sprachkenntnisse, Auslandsaufenthalte und Wissen aus anderen Gebieten kann bei der Jobfindung hilfreich sein», sagt GI-Sprecherin Winter. Besonders komme es bei Berufseinsteigern darauf an, dass sie bereit sind, ihren Wohnort zu wechseln.

Gern gesehen sind bei Firmen die so genannten Bindestrich- Informatiker - solche, die neben ihren Kernkompetenzen noch Wissen aus einem anderen Gebiet, meist der Wirtschaft, haben. «Das kann man sich gleich im Studium in der Wirtschaftsinformatik oder in Projekten aneignen», sagt Winter. Die Arbeitgeber, in der Mehrzahl Unternehmensberatungen, Banken und Mobilfunkunternehmen, suchen Mitarbeiter, die direkt in Projekten einsetzbar sind. «Die Leute sollten nicht ganz grün in die Unternehmen kommen», sagt Pfisterer.

Gefragt: Menschen mit Gesamtblick

Da die Unternehmen nicht mehr «auf Vorrat» einstellen, sondern nach aktuellem Personalbedarf, ist das globale Know-how wichtig. «Technikverliebte braucht man nicht - eher Leute mit Gesamtblick, die dem Unternehmen Mehrwert bringen.» Bedarf sieht Davide Villa von Monster auch bei Spezialisten für IT-Sicherheit. «Das Thema steht für Firmen ganz oben in der Prioritätenliste», sagt er. «Wer hier mit der passenden Qualifikation aufwarten kann und dazu noch ausreichend Sozialkompetenz mitbringt, der hat gute Karten.»

Die Frauen haben den Durchbruch in der IT-Industrie noch nicht so recht geschafft. «Frauen sind zwar in den Ausbildungen überproportional erfolgreich, aber es werden weniger», sagt Pfisterer. Bei 14 bis 17 Prozent liegt der Anteil der Informatikerinnen. «Dabei suchen die Arbeitgeber Frauen, denn gemischte Teams funktionieren besser.» Alles in allem sind sich die Experten in ihrem Optimismus einig. «Der Silberstreif am Horizont wird breiter», sagt GI-Sprecherin Winter. (dpa)

 
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