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Napster greift Apple an

04. Feb 2005 11:13
Napster To Go
Mit einer 30 Millionen Dollar schweren Werbekampagne will der US-Musikdienst Napster Boden gegenüber Apples iPod+iTunes-Kombination gut machen. Man setzt auf Mietmusik.

Der Musikdienst Napster, der die Markenrechte der einst illegalen gleichnamigen Tauschbörse übernommen hat, will mit einer großangelegten Werbekampagne in Amerika mehr Kunden zu erobern. Dort beherrscht derzeit Apple mit seinem iTunes Music Store sowie dem passenden MP3-Spieler iPod deutlich die Szene - der Marktanteil soll bei bis zu 70 Prozent liegen.

Microsoft-Schutz

Mehr in der Netzeitung:
Kern der Napster-Kampagne ist ein neuer Musikmietdienst: «Napster To Go» genannt, verkauft er Zugriff auf eine Million Titel für 15 Dollar im Monat. Im Gegensatz zu früheren Angeboten sollen diese nicht nur auf dem PC zu hören sein, sondern auch auf tragbare Player mitnehmbar sein - allerdings nur solche, die mit einem speziellen Microsoft-Kopierschutz («Janus») ausgerüstet sind.

Nutzer können mit «Napster To Go» beliebig viele Songs bei Napster herunterladen und auf ihren MP3-Spieler übertragen. Anhörbar bleiben diese aber nur, solange man die Monatsgebühren entrichtet. Zahlt man nicht mehr, verliert man auch den Zugriff auf die eigenen Titel. Im Gegensatz dazu setzt Apple bei iPod+iTunes auf den Komplettverkauf: Wer 99 US-Cent pro Titel entrichtet, besitzt diesen auch.

Superbowl-Werbung

Mehr im Internet:
Napster will seinen neuen Abodienst, der auch in Großbritannien verfügbar gemacht werden soll und Ende des Jahres für Deutschland geplant ist, mit einer 30 Millionen Dollar schweren Marketingkampagne bewerben. Dazu gehört auch ein Werbespot beim US-TV-Event «Superbowl». Die Reklame wird gegen Apple positioniert: So wirbt man damit, dass ein Napster-Nutzer seinen MP3-Spieler für 15 Dollar mit 10.000 Songs bespielen kann, während ein iPod-Kunde dafür 10.000 Dollar ausgeben müsste. Die Unterzeile: «Rechnen Sie selbst.»

Kritiker an «Napster To Go» meinen, dass der Dienst für Kunden nicht wirklich verständlich sei - diese würden kaum Songs herunterladen wollen, für die sie dann bei Nichtzahlung der Monatsgebühr den gesamten Zugriff verlören. Napster befindet sich mit seiner Mietstrategie in Übereinstimmung mit der Meinung der Musikindustrie: Diese meint auch, das Abos die 99-Cent-Downloads längerfristig ablösen müssten, damit sich das Geschäft lohne.

 
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