Chinas Internet wächst trotz Zensur
27.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Sieben Prozent der Chinesen nutzen inzwischen das Internet, 18 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In Hong Kong und Macao, den reichsten Regionen des Landes, nutzen bereits 50 Prozent der Bevölkerung das Internet.
Auch wirtschaftlich ist das Internet in China ein Erfolg. Laut der Studie von Cnnic nutzen Chinesen das Informationsnetz nicht nur, um Nachrichten abzurufen. Viele Nutzer interessieren sich vor allem für Autos und Jobangebote. Zudem werden kommerzielle Dienste wie Online-Banking oder Online-Shopping immer beliebter.
«Ich gehe davon aus, dass die chinesischen Behörden auch weiterhin die Nutzung des Internets so weit es geht kontrollieren werden», so Pleiter. Die Internet-Politk Chinas sei ein «zweischneidiges Schwert». Zwar wolle die Partei eine Öffnung des Landes, doch solle sich an den politischen Verhältnissen nichts ändern, sagte Pleiter.
Das Internet sei aber nach rein menschenrechtlicher Bewertung durchaus ambivalent: «Die Informationsfreiheit ist mit dem Internet definitiv gewachsen.» Viele Nutzer würden aber überwacht, sagt Pleiter. Das chinesische Strafgesetzbuch enthalte zahlreiche «sehr weit interpretierbare Paragraphen».
So werden «aktive Nutzer» verfolgt, die «kritische Nachrichten veröffentlichen» oder auf ihren Servern den «Austausch kritischer Informationen» ermöglichen, so der China-Experte. Den Usern drohten Haftstrafen von zwei bis zwölf Jahren. Diese drastischen Urteile sollen abschreckend wirken, die Nutzung des Netzes kontrollieren helfen.
Zudem werden alle Internetcafés in China überwacht. Dort werden Inhaltsfilter und Videoüberwachungs-Systeme installiert. Zudem müssen die User sich bei den Betreibern namentlich registrieren. «Die Anonymität eines Internetcafés ist somit nicht gegeben», kritisiert Pleiter.
Für das Web ediert von Michael Liebe

