21. Jan 2005 10:14
Microsoft hat insgesamt 62 Ingenieure entlassen, die für das Auffinden von Windows-Fehlern verantwortlich waren. Statt dessen setzt man auf automatische Tests.
Laut Angaben einer Microsoft-Sprecherin hat man die Aufgaben der entlassenen internen Tester nicht an andere Unternehmen übertragen oder in Billiglohnländer wie Indien outgesourct. Statt dessen soll deren Arbeit künftig durch automatisierte Tests erledigt werden. Die Entlassungen kamen prompt: Die Angestellten wurden vor einer Woche informiert und bereits wenige Tage später gekündigt. Sie dürften aber sechs Wochen lang nach einer anderen Position im Unternehmen suchen, hieß es.Die Windows-Abteilung, die immer wieder von schweren Sicherheitslücken und anderen Fehlern im Betriebssystem zu kämpfen hat, nutzt laut «Seattle Times» inzwischen verstärkt automatische Testabläufe. Dabei werden auch eigene Programme verwendet, die speziell zum Auffinden von «Bugs» programmiert wurden, so das Blatt.
Laut Microsoft seien die automatisierten Tests letztlich gut für die Kunden, weil man so kosteneffizienter arbeite. Tests durch «echte Menschen» werden in dem Unternehmen unterdessen immer seltener durchgeführt - was nicht automatisiert werden kann, wird laut «Seattle Times» zumeist outgesourct.Beobachter bezweifeln, dass dies die richtige Entscheidung ist. «Automatische Tests scheinen vielleicht gut zu sein, wenn man sie aus Sicht der Kosten betrachtet. Um ein neues Betriebssystem mit allen verschiedenen Hardware- und Software-Komponenten zu testen, braucht es aber echte User», sagte Joe Wilcox vom IT-Marktforscher Jupiter Research dem IT-Nachrichtendienst «BetaNews». Andere Experten befürchten Qualitätseinbußen.
Wilcox wunderte sich auch, warum Microsoft ausgerechnet jetzt Tester entlasse, wo die Entwicklung an der nächsten Windows-Version («Longhorn») stocke: «Es ist schon merkwürdig, wenn man bedenkt, dass Longhorn noch nicht einmal in einer Beta-Version vorliegt.»