18. Jan 2005 11:47
«Pay per Click»-Anzeigen bei Suchmaschinen und Websites bezahlen Werbekunden nur dann, wenn die Reklame auch angeklickt wird. Doch Google & Co. kämpfen zunehmend mit Klickbetrügern.
So sollen inzwischen Kriminelle mit Hilfe von Spezialprogrammen Werbeanzeigen automatisiert anklicken lassen - von unterschiedlichen Internet-Adressen, damit es nicht zu sehr auffällt. Der Anzeigenkunde zahlt dann eine überhöhte Rechnung für seine Reklame, obwohl dem kein entsprechendes Ergebnis (z.B. mehr Einkäufe in seinem Online-Shop) gegenüber steht.«Newsweek» nennt als Beispiel den Fall eines europäischen Internet-Geschäftsmannes, der Klickanzeigen auf mehreren großen Suchmaschinen platziert hatte. Bis vergangenen Sommer habe das Modell hervorragend funktioniert, so der Mann. Dann habe er damit begonnen, in Deutschland zu schalten - und machte eine unschöne Entdeckung: Laut Statistik hatte offenbar ein Konkurrent mit Hilfe eines Klickbetrugs-Programmes zahlreiche falsche Klicks auf seine Anzeigen generiert. Über 50.000 Dollar soll ihn das an potenziellen Geschäften gekostet haben.
Neben dem Schaden, den Klickbetrügern Konkurrenten zufügen können, lässt sich mit der Technik auch selbst Geld ergaunern: Werbeprogramme wie «AdSense» ermöglicht es etwa Google, auf der eigenen Seite mit Klickreklame zu verdienen. Nutzt ein Betrüger ein solches System, kann er ebenfalls ein Klickbetrugsprogramm verwenden, um die Zahl der Werbeklicks massiv zu erhöhen. Neben dem Anzeigenverwalter Google verdient er dann selbst an dem Betrug.Bei der Suchmaschine sieht man die Signifikanz des Problems: Laut Google-Finanzcheff George Reyes kann der Klickbetrug das Geschäftsmodell der Firma bedrohen. «Da muss unbedingt sehr schnell etwas passieren.» Ob mit gesetzlichen Regelungen oder verfeinerten technischen Maßnahmen, ließ Reyes offen.