netzeitung.deSinn des Digital Rights Management umstritten

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In Berlin findet die dritte DRM-Konferenz statt. Es gehe inzwischen um mehr als Kopierschutz, sagte ein Sprecher der Netzeitung.

Seit Donnerstag treffen sich Wissenschaftler, Ökonomen, Politiker und Juristen in Berlin, um die Zukunft des Digital Rights Management (DRM) zu debattieren.
«Diesmal ist die Tagung viel internationaler ausgerichtet», sagte der Sprecher der Tagung Dirk Günnewig von der Universität Dortmund der Netzeitung. «Wir haben Vertreter aus allen europäischen Ländern und sogar Wissenschaftler aus Australien und den USA sind hier in Berlin.»

Der Schwerpunkt der Tagung habe sich verschoben. Während im ersten Jahr noch vorwiegend Techniker da gewesen seien, und 2002 sehr viele Juristen intensive Lobbyarbeit auf der Tagung geleistet hatten, habe sich der Schwerpunkt in diesem Jahr verschoben, sagte Günnewig. Vor allem Wissenschaftler und die Wirtschaft debattiert nun Möglichkeiten zum Schutz von digitalem Urheberrecht.

DRM betreffe im Wesentlichen die Urheberrechte von digitalen Medieninhalten, so wie Film-DVDs, elektronischen Büchern oder Musikdateien aus dem Internet. Die Tagung soll versuchen, die Interessen sowohl von Nutzern, als auch von Rechteinhabern aus der Medienindustrie zu vereinen. Die DRM-Technologien bieten dazu die technischen Kontrollmöglichkeiten. «DRM ist nicht mit Kopierschutz gleichzusetzen», sagte Günnewig, «vielmehr ist es ein Oberbegriff für verschiedene Technologien, die Nutzungsrechte verwalten und schützen».

Kritik an DRM-Prinzipien
Schon im Vorfeld wurde das DRM kritisiert. «Es geht eigentlich um Technik und Macht, um Eigentum und Teilhabe», sagte Wolfgang Coy, Informatikprofessor an der Humboldt-Universität Berlin, dem Computermagazin «c't».

Andererseits kündigte Bertelsmann an, dass die Medienindustrie «Kompromisse» machen müsse. Wenn die «neue Welt» nicht verhindert werden solle, müsse die Musikindustrie mit ihrem Businessmodell den Wünschen und Bedürfnissen der Konsumenten entgegenkommen, sagte ein Sprecher.

Imperialistische Copyrightpolitik der USA
So forderte Pamela Samuelson von der University of California in Berkely, dass DRM auch für die Verbraucher eine Art Schutztechnologie werden müsse. Das Institut für Informationssysteme und Recht, dem die Juraprofessorin Samuelson angehört, ist Mitausrichter der Tagung in Berlin.

Die amerikanische Wissenschaftlerin kritisierte am Freitag auf der Tagung das Vorgehen der US-Regierung mit ihrer internationalen Copyright-Politik als «prinzipiell undemokratisch» und «imperialistisch», berichtet die «c't». (nz)

Für das Web ediert von Michael Liebe