15. Dez 2004 11:44
Der Verband der Hollywood-Studios verklagt Betreiber von BitTorrent- und eDonkey-Angeboten. Die Nutzer bleiben diesmal verschont.
Da eDonkey und BitTorrent auf Direktverbindungen zwischen Nutzern aufbauen, sind Anbieter von Filmen oder Musik vergleichsweise schlecht zu verfolgen. Bei zentralisierten Diensten wie Kazaa oder Morpheus reicht hingegen die Ermittelung von IP-Adressen der Anbieter des Materials.Die MPAA setzt bei eDonkey und BitTorrent nun auf die Verfolgung von Server-Betreibern, die im Internet so genannte Tracker-Dateien anbieten. Mit diesen ist es bei BitTorrent erst möglich, Inhalte herunterzuladen. Auch Betreiber von eDonkey-Servern, die derzeit online angebotenes Material im Web listen, sollen verklagt werden, sagte ein MPAA-Sprecher. «Sie sind wie Verkehrspolizisten, die am Filmklau Interessierte mit Leuten zusammenführen, die illegales Material besitzen.»
Bislang ist unklar, wie breit die MPAA-Aktion gegen BitTorrent und eDonkey ausfallen wird. Ein Bericht des US-IT-Nachrichtendienstes «News.com» berichtet von Polizeieinsätzen in Europa, wo französische Beamte insgesamt sieben Server stillgelegt hätten. Aktionen gegen eDonkey-Server gab es auch schon in Deutschland.Der Erfinder des eDonkey-Netzwerkes, Jed McCaleb, sagte gegenüber «News.com», eDonkey sei durch das Offline-Stellen einzelner Server nicht zu stoppen. Die aktuelle Version der Software bediene sich solchen Rechnern nicht mehr. Populäre BitTorrent-Websites wie «Suprnova» kämpfen bereits jetzt mit zahlreichen Ausfällen.