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MSN zensiert Weblogs

06. Dez 2004 09:19
Neuer Weblog-Service: MSN Spaces
Seit der vergangenen Woche bietet die Microsoft-Tochter MSN einen eigenen Blog-Dienst namens «Spaces» an. Der Gratis-Service hat seine Tücken: «Böse Wörter» sind verboten.

Microsoft bietet Weblogs an: In der Blogger-Szene sorgte diese Nachricht zum Wochenende für viel Gesprächsstoff. Der Dienst namens «MSN Spaces» ist recht einfach gehalten, bietet die Möglichkeit, per E-Mail zu bloggen, 5 Layout-Vorlagen und 15 Hintergrundbilder. Der Softwarekonzern hat zudem für eine enge Integration in seine Internet-Dienste Hotmail und MSN Messenger gesorgt, ebenso ist der Musikladen «MSN Music» mit «Spaces» verzahnt.

«Titten» erlaubt

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  • Weniger schön fanden die auf Meinungsfreiheit bedachten Blogger jedoch, dass «MSN Spaces» bestimmte Wörter nicht mag. «Wenn man sich in einem Weblog nicht frei ausdrücken darf, welchen Sinn hat es dann?», fragte etwa das populäre Geek-Blog «BoingBoing».

    Die Bloggerin Xeni Jardin probierte es aus - und bemerkte, dass sechs von sieben der von der US-Medienregulierungsbehörde FCC im TV verbotenen Wörter (darunter «Fuck» oder «Shit») auch bei «MSN Spaces» nicht zum Titel eines Blogs gehören durften. Das Wort «Tits» («Titten») war allerdings erlaubt.

    Breite Geschäftsbedingungen

    Mehr im Internet:
    Ebenso verboten war «Corporate Whore» («Firmennutte»), «Anal», «Lolita» sowie das Wort «Pornography» - ein Weblog zum Thema Pornografie und Recht in den USA wäre also verboten, wie Jardin süffisant bemerkte. Das weniger wilde «Butt» (für Hintern) war wie das schlichte «Sex» jedoch erlaubt.

    Microsoft selbst nahm zu seinem nicht recht funktionierenden Weblog-Zensurfilter bislang noch nicht Stellung. Ob man auf Dauer viele Blogger finden wird, ist zudem unklar - so räumt sich der Konzern in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen laut dem IT-Nachrichtendienst «News.com» etwa alle Rechte an den Weblog-Einträgen ein, will sie sogar verändern dürfen. Leicht zu finden ist «MSN Spaces» darüber hinaus im Internet nicht: Wer den Namen des Weblog-Angebotes in die Suchmaschine Google eintippt, erhält als erstes den «BoingBoing»-Bericht zum Thema Zensur angezeigt - die Blogger sind gut vernetzt.

     
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