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Napster-Gründer wieder da

03. Dez 2004 11:58
Napster-Gründer Shawn Fanning
Shawn Fanning, der mit der Musiktauschbörse Napster weltweite Berühmtheit erlangte, ist wieder da. Er hat eine neue Firma, und die präsentierte nun ihre Geschäftsidee.

Über ein Jahr lang befand sie sich im geheimen «Stealth Mode», nun wurden erstmals konkrete Details bekannt: Snocap heißt die neue Firma des Napster-Gründers Shawn Fanning. Das Unternehmen plant eine «neue Generation von Dateitauschanwendungen», wie es aus informierten Kreisen hieß. Offiziell vorgestellt werden soll Snocap am Montag.

10 Millionen Dollar

Mehr in der Netzeitung:
Das Unternehmen hat über zehn Millionen Dollar an Risikokapital eingeworben. Kern der Idee von Snocap ist es, bisher illegal operierenden Dateitauschbörsen die Möglichkeit zu geben, ihren Frieden mit den Plattenlabels zu schließen. Es sollen Gegenleistungen fließen.

Dazu will Snocap eine so genannte «Fingerabdruck»-Technik anbieten, bei der Musiktitel nach ihrer Geräuschcharakteristik von einem Computer klassifiziert werden können. Damit soll es künftig möglich werden, auch illegale Kopien von Songs zu erkennen und diese dann mit einem Rechteschutz auszustatten - eine Tauschbörse wie Kazaa könnte dann etwa von Usern eingestellte Titel verkaufen. So soll aus eigentlich illegalen Kopien doch noch ein Geschäft werden.

P2P-Komfort

Mehr im Internet:
«Ich glaube nicht, dass die User vom Peer-to-Peer-Komfort wieder weggehen werden», meint Fanning dazu, der es daher für richtig hält, andere Wege zu finden, den Labels eine Kompensation zukommen zu lassen. Marktbeobachter halten die Snocap-Idee grundsätzlich für praktikabel: Die Verknüpfung aus Bezahlung und günstigem Peer-to-Peer-Vertrieb könnte der Musikindustrie helfen, das Problem illegaler Filesharing-Kopien einzudämmen.

Ein erstes Label, mit dem Snocap einen Vertrag geschlossen hat, ist Universal. Ein entsprechender Server mit Fingerabdruck-Informationen soll bereits aufgesetzt sein. Unklar ist noch, ob die Tauschbörsen bei dem Plan mitspielen: So will zwar der neue Dienst «Mashboxx» demnächst mitziehen, Vertreter alteingesessener Tauschbörsen fragten sich aber, warum die Plattenfirmen ihre Inhalte nicht direkt über sie verfügbar machen, hieß es in US-Medienberichten.

 
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