01. Dez 2004 10:03
Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» hat die Suchmaschine Google wegen ihrer China-Politik kritisiert. Der Betreiber zensiere sein News-Portal freiwillig und wehre sich nicht.
Die Vereinigung, die sich für Pressefreiheit in der ganzen Welt einsetzt, kritisiert nun auch Googles chinesisches News-Angebot - dieses sei auf Druck der chinesischen Regierung um für die Machthaber kritische Angebote wie «Voice of America» bereinigt worden. Nachdem China nun das unzensierte englische News-Portal gesperrt habe, müssten sich chinesische Nutzer mit der von Google selbst zensierten Variante von Google News zufrieden geben.«Google hat sich von der chinesischen Regierung benutzen lassen, in dem man sich darauf einließ, einen unkritischen News-Dienst zu starten», so «Reporter ohne Grenzen». Google selbst nahm dazu im September in seinem Firmen-eigenen Weblog Stellung: Man habe seinen Dienst in China deshalb eingeschränkt, weil man den Benutzern keine Nachrichten von sowieso in dem Land gesperrten Quellen vorsetzen wollte.
«Allein diese Headlines hätten wahrscheinlich dafür gesorgt, dass Google News in China vollständig blockiert worden wäre», so die Suchmaschine damals. «Reporter ohne Grenzen» meint nun, Google habe nun eine gute Chance, sich wieder in die Gemeinschaft derer zu begeben, die für die Verteidigung der Pressefreiheit stünden - in dem die Firma sein chinesisches Nachrichtenportal von Zensur befreie. Eine Stellungnahme von Google zu der Forderung steht bislang noch aus. «Reporter ohne Grenzen» kritisierte neben Google auch die China-Politik anderer Internet-Firmen aus Amerika, so etwa das Portal Yahoo und den Netzwerkhersteller Cisco. Beide verhielten sich «unethisch» in dem Land. Yahoo wird ebenfalls Zensur vorgeworfen, während Cisco Netzwerkfilter herstellt, die in China zum Zweck von Zensurmaßnahmen eingesetzt werden sollen.