19. Nov 2004 11:28
Microsoft-Chef Steve Ballmer hat Regierungen in Asien vor einer Verwendung von Linux gewarnt. Das freie Beriebssystem verletze zu viele Patente und sei rechtlich unsicher.
Ballmers Angaben nach verstäßt Linux derzeit gegen «mehr als 228 Patente». Wer in die Welthandelsorganisation eintrete, müsse sich überlegen, ob er sich diesem finanziellen Risiko aussetzen wolle, meinte der Microsoft-Chef auf einer Podiumsdiskussion mit asiatischen Regierungsvertretern in Singapur. Ballmers Anmerkungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem immer mehr Regierungen Linux als kostengünstige Alternative zu Windows begreifen. So stellte Singapur erst kürzlich 20.000 Rechner im Verteidigungsministerium um, während China, Japan und Südkorea an eigenen Linux-Systemen für Regierungsorganisationen arbeiten.
Der Microsoft-Chef wollte seine Patentbedenken nicht näher spezifizieren; die Open-Source-Szene verneint solche Vorwürfe vehement. In Europa ist Software bislang nicht patentierbar, obwohl entsprechende Regelungen in Vorbereitung sind; die Linux-Community fürchtet, durch Software-Patente potenziell aus dem Markt gedrängt werden zu können, was Ballmers Argumentation bestätigten könnte.Der Microsoft-Chef sagte auch, dass die Sicherheitsbedenken gegenüber Software seiner Firma «übertrieben» seien. Man halte die eigenen Programme für «deutlich sicherer» als Open-Source-Software. Der Grund: Man stehe voll hinter seiner Technik, habe diese selbst gebaut. Bei Open-Source-Programmen wisse man hingegen nie, wer die verwendete Software programmiert habe.