05. Nov 2004 10:06
Der P2P-Dienst Bittorrent, mit dem sich Filme, Musik und andere Dateien überspielen lassen, überholt die traditionellen Tauschbörsen. Die Datenmengen wachsen ständig.
Der Filesharing-Dienst Bittorrent, mit dem sich große Datenmengen schneller verteilen lassen als in traditionellen Internet-Tauschbörsen, setzt sich mehr und mehr durch. Wie der britische Peer-to-Peer-Dienstleister CacheLogic ermittelt hat, besteht inzwischen 35 Prozent des Gesamtdatenverkehrs im Internet aus Bittorrent-Transfers. Damit hat der Dienst alle anderen Tauschbörsen überholt und weist mehr Datenverkehr auf, als diese zusammen generieren.Im Gegensatz zu Tauschbörsen, bei denen man sich oft auf einem von mehreren zentralen Servern anmeldet, um anschließend nach Dateien zu suchen, stellt Bittorrent eine Direktverbindung zwischen Benutzern her. Dabei entstehen Verbindungen zu ganzen User-Gruppen, wobei Bittorrent Einzelteile einer Datei schrittweise lädt.
Durch die Kombination entsteht ein insgesamt höherer Datendurchsatz - Bittorrent ist daher besonders beim Download von Filmen und anderen großen Dateien beliebt. So wurde etwa Michael Moores «Fahrenheit 9/11» (mit angeblicher Einverständnis des Autors) per Bittorrent an unentschlossene US-Wähler verschickt.Im Gegensatz zu regulären Tauschbörsen fehlt bei Bittorrent eine zentrale Suchfunktion - statt dessen müssen über so genannte «Tracker» passende Tauschpartner ermittelt werden. Zuvor lädt sich der Benutzer eine kleine Datei namens «torrent» herunter, die die Download-Informationen enthält - es gibt Hunderte von Websites, die diese sammeln.
Bram Cohen, Autor von Bittorrent, hatte sein Programm ursprünglich für die schnelle Verteilung von Programmdaten etwa von Sharewareherstellern geschrieben. Heute wartet er darauf, dass die Hollywood-Industrie damit beginnt, seine Technik anzugreifen - so hat der Lobbyverband MPAA am Donnerstag angekündigt, erstmals gegen Dateitauscher eine Klagewelle einzuleiten. Besonders problematisch an Bittorrent: Jeder, der eine Datei herunterlädt, stellt sie auch gleichzeitig wieder zur Verfügung - während man bei Dateitauschbörsen auch «nur» herunterladen kann. Letzteres gilt als geringerer Klagegrund, als das Anbieten urheberrechtlich geschützten Materials.