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Risiken beim Internet-Banking gestiegen

11. Sep 2004 16:01
Online-Banking ist laut der Einschätzung von Experten durch neuartige Viren riskanter geworden. Sie fordern, die Sicherheitssysteme zu verbessern.

Verbraucherschützer und Computerexperten haben weiterreichende Sicherheitsmaßnahmen für Geldgeschäfte per Internet gefordert. «Man muss jetzt über die Sicherheit beim Online-Banking neu nachdenken», sagte die Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), Edda Müller, der «Berliner Zeitung». Hintergrund ist der Fall eines Bank-Kunden, dessen Persönliche Identifikationsnummer (PIN) sowie eine nur einmalig verwendbare Transaktionsnummer (TAN) durch einen Computer-Virus beim Online-Banking geklaut wurden.

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  • Das Virusprogramm, ein so genanntes Trojanisches Pferd, hatte sich dem Zeitungsbericht zufolge im Browser des Computers des Bankkunden - dem Microsoft-Programm Internet Explorer - festgesetzt, Kennwörter und Sicherheitscodes ausspioniert und sie an einen Internet-Rechner in den USA verschickt. Dort nutzten Kriminelle die Daten, um vom Konto des Bankkunden 6800 Euro abzuheben. Nur weil der Bankkunde den Raub schnell bemerkte, konnte die Überweisung rechtzeitig rückgängig gemacht werden.

    Schwer zu erkennen

    Anders als bei den bislang bekannten so genannten Phishing-Attacken, bei dem Betrüger PINs und TANs mit fingierten Mails und gefälschten Web-Seiten erbeuten, könne «die jetzt bekannt gewordene Sicherheitslücke nicht so ohne weiteres vom Verbraucher erkannt werden», sagte Müller der Zeitung zufolge. «Die Banken sollten überlegen, ob es nicht an der Zeit wäre, aufwendigere Sicherheitssysteme als PIN und TAN zu verwenden», forderte sie.

    Der Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Dickopf, empfahl indirekt, die Web-Browser Mozilla oder Opera zu verwenden. «Wer den Internet Explorer nicht benutzt, kann auch nicht von diesen Viren und Würmern angegriffen werden», sagte er der Zeitung. Zwar wiesen auch Explorer-Konkurrenzprodukte Sicherheitslücken auf, jedoch seien die meisten PC-Viren auf die weit verbreiteten Microsoft-Programme zugeschnitten.

    Der Sprecher von Microsoft Deutschland, Thomas Baumgärtner, erklärte, man arbeite an einem Sicherheits-Update. Er widersprach in der «Berliner Zeitung» dem Eindruck, der Internet Explorer sei unsicherer als andere Web-Browser. Virenscanner sowie Firewall-Programme schützten bereits vor PIN- und TAN-Klau durch den Trojaner. (nz)

     
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