Das Internet wird 35
1971 waren bereits fünfzehn Computerzentren in das Arpanet eingebunden.
Die Arpa (Advanced Research Projects Agency) war eine Forschungsbehörde, die die amerikanische Regierung nach dem «Sputnik»-Schock im Jahre 1957 eingerichtet hatte. Sie sollte den USA einen Technologievorsprung vor der Sowjetunion verschaffen und technische Visionen auf ihre Realisierbarkeit prüfen.
Ein Netz, das ursprünglich nur Computer miteinander verbinden sollte, entwickelte sich so zu einer Kommunikationsplattform.
Damit Dateien von Computer zu Computer geschickt werden können, werden sie in kleine Pakete aufgeteilt. TCP/IP überwacht den Austausch dieser Pakete, regelt den Verkehr im Netzwerk. Es leitet die einzelnen Pakete so um, dass kein Teil des Netzes überlastet wird. Einzelne Teile der Datei können dabei völlig unterschiedliche Wege gehen. TCP/IP gibt außerdem jedem einzelnen Netzwerk und jedem darin vorhandenen Computer eine eigene Nummer.
Alle Daten gehen also zunächst an den «Hauptrechner» («Gateway») des lokalen Netzwerkes und können von da aus zum Zielrechner versendet werden. 1983 wurde das Arpanet selbst auf TCP/IP umgestellt, manche sprechen hier von einer zweiten Geburtsstunde des Netzes. Zu diesem Zeitpunkt waren 4000 Hosts angeschlossen. Noch heute ist das 20 Jahre alte Protokoll der Standard.
Die über TCP/IP mit dem Arpanet verbundenen Netzwerke wurden zunächst «Arpa Internet» genannt, später setzte sich der Begriff Internet durch.
Mitte der 80er wurde ein Programm entwickelt, mit dem sich das Usenet auch über TCP/IP-Leitungen betreiben ließ. Seitdem wird der Datenaustausch des Usenet größtenteils über das Internet betrieben.
Nach und nach wurden die Diskussionsforen (Newsgroups) hierarchisch nach Themengebieten gegliedert. Wie viele Newsgroups es heute gibt, ist schwer zu sagen, Schätzungen gehen von über 50.000 einzelnen Gruppen aus. Im Archiv der Suchmaschine Google können Diskussionen seit 1981 nachvollzogen werden.
Die National Science Foundation (NSF) hatte zu dieser Zeit ein eigenes Netzwerkprojekt gestartet. 1984 gründete sie mit dem NSFNET ein landesweites Forschungsnetz, zu dem immer mehr Wissenschaftler Zugang verlangten. Um das große Datenvolumen meistern zu können, schuf die NSF eine Hauptleitung, ein sogenanntes Backbone, zwischen großen Rechenzentren. Ziel des NSFNET war es, Forschern quer über das Land, unabhängig von ihrer institutionellen Zugehörigkeit, Zugang zu den Kapazitäten der großen Rechenzentren zu gewährleisten.
Schnell wurde deutlich, dass das NSFNET mit seinen Hochgeschwindigkeitsleitungen die Hauptlast des Internetverkehrs trug und immer mehr Aufgaben des Arpanets übernahm. Die Arpa entschied daher 1990, das Arpanet aufzulösen. Von den Benutzern nahezu unbemerkt übernahm das NSFNET alle Funktionen des Ur-Netzes.
Um diese Dokumente zu betrachten, benötigt man einen Webbrowser. Anfangs konnten die Browser nur Text darstellen, später auch Grafiken.
Insbesondere der Browser NSCA Mosaic aus dem Jahr 1993 macht das World Wide Web mit einer einfach zu bedienenden graphischen Benuteroberfläche für die breite Masse zugänglich. Besondere technische Vorkenntnisse waren nicht mehr nötig.
Anfang 2004 benutzen nach einer Studie von ARD und ZDF mit 34,4 Millionen Erwachsenen die Hälfte aller Deutschen das Internet. Bei den 14- bis 19-Jährigen sind es sogar über 90 Prozent.
Für das Web ediert von Fabian Wagner

