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München bleibt bei Linux

12. Aug 2004 08:32
Trotz Angst vor eventuellen Software-Patent-Regressforderungen will München bei seiner Entscheidung bleiben, auf Linux umzusteigen. Der Wechsel beginne jetzt, sagt Oberbürgermeister Ude.

Viel Aufregung herrschte in den letzten zwei Wochen beim viel beachteten Müncher Projekt «LiMux», bei dem alle 13.000 Computer der Stadtverwaltung vom Microsoft-System Windows auf das freie Betriebssystem Linux umgestellt werden sollen.

Zwistigkeiten

Mehr in der Netzeitung:
Grund für die Zwistigkeiten, die breit in der IT-Presse abgebildet wurden: Eine Vereinigung gegen Software-Patente, die FFII, hatte in einem Papier behauptet, dem Müncher Projekt stünden womöglich Lizenzforderungen in Millionenhöhe ins Haus, weil die EU die Einführung der Patentierbarkeit von Software erlaubt hatte. Teile von Linux verstießen aber gegen einige dieser Patente.

Die Patentrecherche des Vereins sorgte prompt für einen kurzzeitigen Stopp des Projektes - was wiederum kommerzielle Softwarefirmen frohlocken ließ, die schon meinten, München würde womöglich doch nicht auf Linux umstellen. Weit gefehlt: Wie nun Oberbürgermeister Christian Ude betonte, starten nun die Ausschreibungen für die Umstellung der Desktop-PCs starten - trotz eventueller Patentgefahren. München habe sich für Open Source entschieden - und dabei bleibe es, so der Oberbürgermeister.

30 Millionen Euro

Mehr im Internet:
Um die Klagegefahr wegen Patentverletzungen zu reduzieren, will die Stadtregierung gleichzeitig ein Gutachten in Auftrag geben, dass baldmöglichst klären soll, ob Linux in der Münchner Konfiguration tatsächlich von Software-Patenten bedroht ist. Die Aufregung erreichte unterdessen auch das Bundesjustizministerium, bei dem man derzeit noch annimmt, Software-Patente bedrohten Linux nicht. München will die Frage aber nun genauer geklärt haben, um Investitionssicherheit für insgesamt 30 Millionen Euro zu haben, die man in das «LiMux»-Projekt steckt. «München fordert Klarheit», sagte Ude.

Unterdessen fragt man sich in der Open-Source-Szene, ob die Aktion der FFII, das viel beachtete Münchner Linux-Projekt mit der Software-Patent-Problematik in Verbindung zu bringen, ein kluger Schachzug war. Die kurze Aufmerksamkeit für den Konflikt rund um die Patentierbarkeit von Programmiermethoden habe «LiMux» auch gefährden können, hieß es. Dabei sei das Projekt für das Fortkommen von Open Source in Deutschland so wichtig. Andere sprachen schon von einem «Sommertheater». Schlagzeilen wie «München stoppt Linux» hätten der Szene kaum gedient, hieß es.

 
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