02. Aug 2004 16:57
Im Internet ist eine gefälschte Seite aufgetaucht, die eine Zusammenarbeit von Attac und NPD suggeriert. Weder Globalisierungskritiker noch Rechtsradikale sind begeistert.
Unbekannte haben im Internet versucht, einen Zusammenhang der Positionen von Attac und NPD herzustellen.Ein vermeintlich existierender Horst Fischer stellte unter mindestens zwei Adressen eine Seite ins Netz, auf der unter den Logos von Attac unter der NPD in mehreren Artikeln begründet wurde, warum sich NPD-Mitglieder inzwischen bei den Globalisierungskritikern engagieren. Schließlich, so die Begründung, sei Globalisierungskritik vor allem nationalistisch.
Doch die Seite war eine Fälschung. Sprecher von NPD und Attac dementierten gegenüber «Spiegel Online», etwas mit der Seite zu tun zu haben. Ein Horst Fischer sei auch nicht Mitglied der NPD, hieß es bei der Bundeszentrale der rechtsradikalen NPD in Berlin. Attac veriwes darauf, dass Horst Fischer keine derzeit existierende Person, wohl aber ein SS-Arzt gewesen sei, der für den Tod tausender verantwortlich war.
Schadenfreude herrschte am Montag lediglich bei Mitgliedern der FDP. Die diskutierten im Forum der Partei die mögliche unerwartete Zusammenarbeit der NPD und Attac. Ein Nutzer schrieb, eine solche Zusammenarbeit sei wohl «konsequente Globalisierungskritik».
Die Seite wurde am Montagnachmittag aus dem Netz genommen, wurde dann aber an anderer Stelle wieder veröffentlicht. Attac will Anzeige erstatten, sobald geklärt ist, wer für die Kampagne verantwortlich ist.Sprecher Malte Kreutzfeld hält es für möglich, dass linke Gruppen hinter der Aktion stehen. Denn, so vermutet er, im linken Spektrum habe es bereits öfter Kritik an Attac gegeben. Anarchistengruppen werfen den Globalisierungskritikern wechselweise vor, zu zahnlos zu sein, oder Rechtsradikale in den eigenen Reihen zu dulden. (nz)