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Online-Betrüger fälschen Browser-Oberfläche

30. Jul 2004 17:18, ergänzt 02. Aug 2004 13:06
Gefälschte Adresszeile: Demonstration der Phishing-Methode von Don Park
Experten warnen vor neuen Phishing-Methoden, mit denen Online-Betrüger ihren Opfern Bankdaten entlocken. Dabei fälschen sie jetzt Browser-Fenster samt Adresszeile.

Als vor einigen Wochen massenhaft gefälschte E-Mails kursierten, die Postbankkunden zu einer nachgemachten Website führen und ihnen die Zugangsdaten ihrer Konten entlocken sollten, riet die Bank, zum Online-Banking stets verschlüsselte SSL-Verbindungen zu nutzen und auf die vom Browser angezeigte Adresse zu achten, um vor Betrug sicher zu sein. Gegen die neusten Methoden der Phishing-Betrüger sind jedoch auch diese Vorsichtsmaßnahmen nicht ausreichend.

Sicherheit wird vorgegaukelt

Mehr in der Netzeitung:
An dem kleinen Symbol eines geschlossenen Vorhängeschlosses in der unteren Statusleiste des Browsers kann ein Nutzer normalerweise erkennen, ob eine sichere SSL-Verbindung benutzt wird und über einen Klick auf das Symbol nähere Informationen zu dem eingesetzten Sicherheits-Zertifikat bekommen.

Wie «Heise.de» berichtet, ist es jedoch möglich, den Anwender auszutricksen und ein solches Symbol erscheinen zu lassen, auch wenn gar keine gesicherte Leitung besteht. Auch die in der Adressleiste angezeigte URL sowie die gesamte Benutzeroberfläche des Browsers ließen sich in HTML nachbauen, so dass dem Surfer beliebige Sites und Menüdialoge vorgegaukelt und darüber vertrauliche Daten entlockt werden könnten.

Mozilla-Oberfläche betroffen

Mehr im Internet:
Besonders raffiniert lässt sich dieses «Visual Spoofing» genannte Verfahren beim Mozilla-Browser zu betrügerischen Zwecken einsetzen. Das Erscheinungsbild von Mozilla läßt sich über sogenannte XUL-Dateien einfach ändern und anpassen. Über die Manipulation der XUL-Schnittstelle kann eine HTML-Seite ein SSL-Schloss in einer gefälschten Statusleiste erscheinen lassen, wenn gar keine SSL-gesicherte Verbindung vorhanden ist.

Gefährliche Links in E-Mails

Bei einer noch einfacheren Variante des «Visual Spoofing», von der auch der Internet Explorer betroffen ist, wird die Browser-Navigation in einem sich neu öffnenden Popup-Fenster komplett mit Hilfe von HTML und Bilddateien oder auch Flash nachgeahmt.

Wenn es um sensible Daten geht, empfehlen Experten größte Vorsicht beim Anklicken von Links in E-Mails. Web-Adressen zu Banken sollten zur Sicherheit von Hand eingegeben werden. Außerdem ist es ratsam, das Ausblenden der Statusleiste in Mozilla zu verbieten. Dazu muss unter «Tools» => «Einstellungen...» => «Web Features» => «Erweitert...» beim Punkt «Statusleiste ausblenden» das Häkchen entfernt werden.

Wer ganz sicher gehen will, kann die Browser-Erweiterung «Spoof-Stick» verwenden. Diese blendet die wahre Domain ein und entlarvt so gefälschte Adresszeilen. (nz)


Mehr im Internet: Anti-Spoof-Tool

 
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