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Lupe Web-Loch beim Sat.1-Internetexperten

Peter Huth tritt in TV-Sendungen als IT-Spezialist auf - was auch seiner PC-Sicherheitsfirma zu Bekanntheit verhalf. Doch deren Website ließ monatelang sensible Kundendaten offen.

Vielen Sat.1-Zuschauern ist der Mann mit der Halbglatze und den mittellangen Haaren bekannt: Peter Huth ist der Internetexperte für die Infotainment-Shows des Senders wie etwa «Planetopia». Bekannt geworden war er durch die Sendungen der «Akte»-Reihe, wo er bis zum Jahr 2000 regelmäßig auftrat.

Darin berichtet Huth normalerweise über PC-Sicherheitslücken und die Gefahren des Internet - teure Dialer, gefährliche Viren, entführte Browser und andere Security-Themen.

Loch seit dem Herbst
Neben seiner TV-Tätigkeit betreibt Huth im Hauptberuf außerdem eine Firma, deren Produkte sich mit dem Segment beschäftigen: Die Berliner Unternehmung «MyChannel» verkauft Anti-Dialer-Lösungen, Kinderschutzsoftware oder Sicher-Surf-Tools. Huths TV-Auftritte helfen, sie bekannt zu machen. Allerdings scheint es «MyChannel» selbst mit der Sicherheit nicht so ernst zu nehmen - wie nun das IT-Fachblatt «c't» berichtet, klaffte in einer der Websites der Firma seit Herbst 2003 ein Loch.

Laut «c't» sollen die Daten tausender Kunden frei im Netz erhältlich gewesen sein - Namen, Adressen, Kontoverbindungen und Kreditkartendaten, so das Magazin. Zur Nutzung genügte die Eingabe einer einfachen URL, «Übeltäter» war ein unsicheres PHP-Skript. Man habe die Daten auf der Webpräsenz nur «zwischengeparkt», sagte Huth dem Magazin «c't». Anschließend sei allerdings vergessen worden, die Datei wieder zu löschen. Die betroffenen Kunden wolle er in den nächsten Tagen informieren.

Drei Megabyte Kundendaten
Die Datei mit den sensiblen Information war insgesamt drei Megabyte groß. Unbefugte könnten damit beliebig auf Konten und/oder Kreditkarten Zugriff erhalten. Auch ein Identitätsklau wäre möglich. Laut «c't» kam es früher schon zu Sicherheitslücken bei «MyChannel». Das Loch in dem PHP-Skript, das eigentlich für die Web-Navigation der Seite genutzt wurde, war demnach seit März bekannt.

Auf Websites sowie im Forum von «Heise Online» vergnügen sich derweil «Fans» von Huth - Persiflagen seiner Auftritte sowie diverse Scherz-Homepages machen sich über die Sicherheitsprobleme des Internet-Experten lustig. So werden etwa «umgestaltete» Cover des letzten Huth-Buchs gestreut. Dessen Titel: «Internet schnell und sicher».


Für das Web ediert von Ben Schwan