Bertelsmann: Weiter Ärger wegen Napster
14.07.2004
Herausgeber: netzeitung.de
80 Millionen Dollar flossen damals als Darlehnen, um das populäre MP3-Tauschangebot in einen legalen Abo-Dienst umzuwandeln. Funktioniert hat das Vorhaben 2000/2001 nicht, statt dessen ging Napster aufgrund von Klagen zahlreicher Plattenfirmen in den Bankrott. Inzwischen ist der Markenname beim Softwareunternehmen Roxio wieder aufgetaucht, das die Rechte gekauft hat und einen legalen Onlinemusikdienst betreibt.
Nur zugestellt konnte sie bislang nicht werden - Bertelsmann legte einen Eilantrag und eine Verfassungsbeschwerde gegen sie ein. Grund: Der hohe Schadensbetrag verstoße gegen deutsche Rechtsstaatsprinzipien. Dem stimmten die Richter teilweise zu, weil das Verfahren in einer missbräuchlichen Art genutzt werden könne, «um mit publizistischem Druck und dem Risiko einer Verurteilung einen Marktteilnehmer gefügig zu machen», wie es hieß. Das Hauptsacheverfahren soll noch in diesem Jahr anlaufen, dann soll auch über das Zustellungsverbot entschieden werden. Ohne Zustellung können US-Gerichte die Klage nicht abwickeln.
Für das Web ediert von Ben Schwan
