12. Jul 2004 09:36
Sicherheitslücken im Microsoft-Browser Internet Explorer motivieren PC-Nutzer zum Wechsel. Alternativ-Programme verzeichnen wachsende Nutzungszahlen.
Eine aktuelle Erhebung der Analysefirma Websitestory, die regelmäßig die benutzten Web-Programme der Surfer misst, bestätigte dies nun. So ging die IE-Nutzung in nur einem Monat um ein Prozent zurück. Die Zahl, die nicht sehr hoch klingt, ist durchaus signifikant: Nie zuvor nahm die Internet Explorer-Nutzung so deutlich ab, seitdem Websitestory 1999 damit begonnen hatte, die Browser-Verteilung zu messen.Geoff Johnston, ein Websitestory-Forscher, sagte gegenüber dem amerikanischen Fachblatt «PC World», es handele sich dabei um einen «konstanten Trend nach unten». Er habe vor etwa vier Wochen begonnen - seither ginge die Internet Explorer-Nutzung jeden Tag um einen kleinen Schritt zurück. Der Marktanteil liegt allerdings weiter bei deutlich über 90 Prozent. Dennoch bedeutet der Rückgang eine sichtbare Steigerung der Verbreitung von Konkurrenzprodukten wie Mozilla, Firefox und Opera.
Mozilla und Netscape, beides Browser aus dem Open-Source-Projekt Mozilla.org, stehen nun bei 4,05 Prozent im Juli - ein Anstieg um 26 Prozent. Beim «kleinen» Mozilla-Browser Firefox, der bislang noch nicht Version 1.0 erreicht hat, sondern im Beta-Stadium ist, sah man einen deutlichen Download-Anstieg Ende Juni. Der Grund: Selbst die renommierte US-Computersicherheitsorganisation CERT, sonst mit Empfehlungen für das ein oder andere Produkt eher zurückhaltend, sprach davon, dass gegen die letzte IE-Lücke nur der Wechsel des Browsers helfe. Dass man mit einem Wechsel zu Mozilla und anderen Alternativ-Browsern automatisch sicher ist, gilt auch nicht immer: So wurde in Mozilla und Firefox in der vergangenen Woche eine signifikante Lücke entdeckt. Allerdings erwies sich das Problem tatsächlich als Ausnutzung eines Sicherheitslochs in Microsofts Windows. Die Mac- und Linux-Versionen von Mozilla und Firefox waren nicht betroffen.