netzeitung.deMusikindustrie verdient an Handy-Klingeltönen

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Verkaufen mehr Klingeltöne als CDs: Die Sugababes (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Verkaufen mehr Klingeltöne als CDs: Die Sugababes
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mobile Klingeltöne sind zu einer wichtigen Einnahmequelle für die Musikindustrie geworden. Analysten warnen allerdings vor zu großer Habgier.

Laut einem Marktbericht über mobile Musik sollen bis 2008 Handy-Klingeltöne 12 Prozent der Gesamteinnahmen der Musikbranche ausmachen. Die Analysten der britischen Firma Informa Media warnen allerdings: Die Labels sollten sich vor unrealistischen Lizenzgebühren in Acht nehmen und sich auf mögliche Gewinn-Einbrüche durch Musik-Piraten gefasst machen, die den Klingelton-Markt soeben entdeckt haben. Dies meldet BBC-News Online.
Der Rubel rollt
Der Song «Round and Round» von der britschen Mädchen-Band «Sugababes» wurde letzten Sommer öfters als Klingelton als auf CD verkauft. 2003 setzte der Klingelton-Markt weltweit 1,94 Milliarden Euro um, 2008 könnten es bereits 3,74 Milliarden sein, prognostiziert der Bericht von Informa Media. Vor allem Jugendliche, und unter ihnen gerade junge Frauen, sind laut der Analyse besonders fleißig im Herunterladen von Klingeltönen. Das freut die Musikindustrie, aber je mehr die Ring Tones einspielen, desto angespannter werden die Beziehungen zwischen den Mobilfunkbetreibern und den Plattenfirmen.
Gierige Labels
Informa Media empfiehlt der Musikindustrie, sich in Bezug auf Klingeltöne pragmatischer als beim Verkauf sonstiger digitaler Musik zu zeigen. So haben sich bereits einige Mobilfunkfirmen beschwert, die Musiklabels seien inzwischen «über-enthusiastisch», was die Verteilung der Einnahmen aus dem Klingelton-Verkauf angeht. So sollen ihre Forderungen inzwischen bei 25 bis 55 Prozent des vom Endabnehmer bezahlten Preises liegen.
Piraterie droht
Außerdem sei das Geschäft mit den Klingeltönen durch Piraterie bedroht, denn eine große Anzahl von Websites, die Klingeltöne anbieten, habe dafür gar keine Lizenz. In manchen Ländern gibt es Vereinbarungen über die Lizenzgebühren für Klingeltöne, in anderen aber nicht. «Klingelton-Piraterie könnte das erst anlaufende Geschäft zerstören», so der Co-Author des Berichts, Steve Mayall, gegenüber BBC-News. (nz)