08. Jul 2004 08:51
Der Chef des Open-Source-Verbandes Free Software Foundation Europe hält Softwarepatente für wirtschaftsfeindlich. Auf Dauer seien sie ein «Job- und Konjunkturkiller».
Georg Greve, Präsident des Verbandes Free Software Foundation Europe (FSFE), sagte in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung «Die Zeit», Softwarepatente seien ein «Job- und Konjunkturkiller». Viele Unternehmen könnten «ihr Geld nur einmal ausgeben», so Greve weiter, «entweder für Innovationen und Mitarbeiter oder für Patente.»Als Beispiel nannte der FSFE-Chef den Kampf des Software-Konzerns Microsoft gegen Open-Source-Projekte. Er bekämpfe freie Software «mit allen politischen, rechtlichen und technischen Mitteln» - Softwarepatente gelten hier als Methode, Microsoft besitzt bereits in den USA zahlreiche davon.
Auch von einer kostengünstigen Lizenzierung von Softwarepatenten für Open-Source-Projekte hält Greve wenig: Da diese Abkommen jeweils nur für Einzelparteien gelten, widerspräche dies dem Grundgedanken freier Software, die ihren Code immer weitergeben will.Letztlich schätzt Open-Source-Lobbyist Greve aber auch Microsofts Lage im Softwarepatente-Sektor problematisch ein: Er gab sich überzeugt, dass «Microsoft selbst und andere klassische Softwareunternehmen unter den sich abzeichnenden Patentkriegen leiden werden». Der Open-Source-Sektor wird auch von kommerziellen IT-Firmen stark unterstützt - beispielsweise von IBM oder Hewlett-Packard. Eine der bkanntesten Open-Source-Anwendungen ist Linux.