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US-Behörde erwägt Kopfgeld gegen Spammer

30. Jun 2004 15:50
Die US-Handelsbehörde erwägt, auf Versender unerwünschter Werbemails künftig ein Kopfgeld auszusetzen. Wer bei ihrer Ergreifung hilft, soll einen Teil der Geldstrafe bekommen.

Seit sechs Monaten ist ein neues US-Bundesgesetz in Kraft, das das Versenden von Spam-Mails verbietet. Der so genannte «CAN-SPAM Act» gegen unerwünschten Werbemüll zeigt allerdings kaum Wirkung - gegne Spammer wurden erst wenige Anklagen erhoben. Dabei stammen die meisten Werbemail-Versender allen aktuellen Statistiken zufolge aus Amerika - Eingreifpotenzial ist daher deutlich gegeben, wie Experten meinen.

20 Prozent der Geldstrafe

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  • Die für Spam zuständige US-Behörde, die Handelsaufsicht FTC, erwägt laut einem Bericht des US-Fernsehsenders «MSNBC» nun eine neue Methode, endlich mehr Täter vor den Richter zu bekommen: Mit einem Kopfgeld-System sollen Nutzer, die einen Spammer melden, Geld verdienen könnten. Das «Anti Spam Bounty»-Vorhaben, erdacht vom Internetrechtsprofessor Lawrence Lessig, soll Personen, die Spammer dingfest machen, bis zu 20 Prozent der Geldstrafe einbringen.

    Das könnten signifikante Beträge sein - Zivilstrafen können bei besonders aktiven Spammern im Millionenbereich liegen. Die Idee zum Kopfgeld-System ist bereits in «CAN-SPAM» angelegt - allerdings liegt es allein im Ermessen der FTC, es tatsächlich zu nutzen. Wann hier eine Entscheidung fällt, ist bislang noch unklar. Werbemails an sich sind nach dem US-Gesetz sowieso nicht verboten - allerdings müssen entsprechende Mails nun konkret gekennzeichnet und mit so genannten «opt out»-Möglichkeiten versehen sein, also einer Abmeldefunktion.

    Spammer verstecken sich

    Mehr im Internet:
    Die US-Marketingbranche hält unterdessen laut «MSNBC» wenig von dem «Bounty»-Programm - sie fürchtet, dass auch rechtmäßige «Direktmailer» erfasst würden. Einzelne Anti-Spam-Aktivisten meinen zudem, die FTC hätte längst genügend Informationen über die Spammer - gehe aber gegen sie nicht entschlossen vor.

    Als Hauptproblem beim Fassen von Spammern gilt derzeit, dass sie ihre Spuren trickreich verwischen - gerne werden inzwischen auch von Viren infizierte Computer genutzt. Auch kommt immer mehr in den USA beauftragter Spam aus anderen Ländern wie China - dort soll der Spam-Versand, im Westen bei Providern geächtet, noch oft genug erlaubt sein.

     
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