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Kopfgeld auf Filmpiraten ausgesetzt

23. Jun 2004 08:43
Beliebtes Filesharing-Objekt: Blockbuster
Hollywood setzt im Kampf gegen Internet-Raubkopien auf neue Methoden. Angestellte von US-Kinoketten, die einen Besucher beim Abfilmen einer Vorstellung erwischen, erhalten eine Prämie.

Die großen US-Hollywood-Studios wollen sich das Abfilmen von Kinofilmen mit anschließender Weitergabe im Internet nicht länger bieten lassen. Der Verband der Filmindustrie, die Motion Picture Association of America (MPAA) hat ein «Kopfgeld» ausgesetzt: Bis zu 500 Dollar erhält, wer einen Filmpiraten stellt.

Camcorder verboten

Mehr in der Netzeitung:
Die Prämie wird vorerst nur an Angestellte von Kinoketten gezahlt, die einen Raubkopierer auf frischer Tat ertappen und dann der Polizei melden. Neben der MPAA ist auch der Verband der Lichtspielhausbetreiber an dem «Anti-Camcording Rewards Program» beteiligt, berichtet das Magazin «Hollywood Reporter».

Das eher triviale Aufnehmen von Filmen per Kamera mit anschließender Web-Verbreitung ist laut MPAA inzwischen zu einem der Hauptprobleme bei der Filmpiraterie geworden. Dabei würden vor allem in den ersten Tagen nach Veröffentlichung eines neuen Films Mitschnitte angefertigt. Dank immer besserer Kameras ist auch die Qualität inzwischen ausreichend. Einmal abgefilmt, lassen sich die Raubkopien dann beliebig verbreiten - entweder kommerziell auf CDs oder über Internet-Tauschbörsen, wo sie sich kostenlos herunterladen lassen.

Störstreifen eingebaut

Mehr im Internet:
Hollywood hat zwischenzeitlich begonnen, Filme intern zu markieren - durch an bestimmten Stellen eingeblendete «Störstreifen» lässt sich später feststellen, aus welchem Kino eine Raubkopie stammte, welchen Weg sie also genommen hat. Viel geholfen hat diese Technik nicht - der Filmpirat bleibt, wenn er nicht vor Ort entdeckt wurde, anonym. Bei der Weitergabe von Vorab-DVDs hat sich die Markierung allerdings als intelligent erwiesen - hier konnten «undichte Stellen» bereits aufgedeckt und zur Rechenschaft gezogen werden, heißt es aus Hollywood.

Das Geld für das «Anti-Camcording Rewards Program» kommt von der MPAA. Kinoangestellte sollen über die Prämie weiter sensibilisiert werden.

In Deutschland wird bereits seit längerem mit Hinweisen vor dem Abfilmen im Kino gewarnt, auch hier achten die Mitarbeiter inzwischen auf Kameras der Kinobesucher. Eine Prämie für erwischte Raubkopierer gibt es bislang aber noch nicht.

 
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