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Entführte Browser bedrohen Internet-Nutzer

18. Jun 2004 10:44
Beim Browser Hijacking übernehmen kleine Programme aus dem Netz die Kontrolle über das Surfprogramm des Users. Bedroht sind vor allem Windows-Rechner.

Neben Viren, Würmern, Phishing-Mails und Spionage-Programmen droht Internet-Benutzer in letzter Zeit auch verstärkt die Entführung ihres Browers. Beim «Browser Hickjacking» bemächtigt sich eine über E-Mail oder heruntergeladene Programme auf den Rechner geschleuste Software des Surftools oder auch gleich des gesamten Computers.

Es ändert dort Einstellungen, wie zum Beispiel die Startseite und öffnet selbständig Webseiten, meist pornographische. Die hinterhältigsten dieser auch «Malware» genannten Programme laden sich heimlich beim bloßen Besuch bestimmten Sites auf den Rechner.

Gefahr für Windows-Rechner

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Bedroht sind vor allem Windows-Nutzer, die mit dem Internet Explorer surfen und Outlook als Mailprogramm benutzen. Durch fehlende Patches und Updates erhöht sich die Gefahr des Browser Highjacking zudem. Eine weitere häufige Quelle für Malware sind Internet-Tauschbörsen.

Eines der verbreitetsten dieser Programme trägt den Namen «Coolwebsearch» und tritt in verschiedenen Varianten auf. Das unangenehme Phänomen ärgert Internet-Nutzer schon seit einigen Jahren, allerdings werden die dabei benutzten Programme unverschämter. Sie ändern mittlerweile nicht nur ein paar Browser-Einstellungen oder fügen eine Suchleiste in das Menü, sondern öffnen eigenständig Popups oder leiten den Browser zu bestimmten Seiten weiter.

Browser mit Verhaltensstörungen

«Wenn der Browser anfängt, sich seltsam zu verhalten, kann man davon ausgehen, dass man sich so etwas eingefangen hat», sagt Greg Weir, Webmaster der Download-Website Tucows.com gegenüber der Onlineausgabe der kanadischen Zeitung «Globe and Mail». «Man hat plötzlich neue Favoriten, die man nicht löschen kann, eine andere Startseite und Popups, die auch dann nicht verschwinden, wenn man den Browser schließt», so Weir.

Ärger droht

Oft öffnen die Browser-Kidnapper Porno-Sites, die dem Benutzer ziemlichen Ärger bereiten können, etwa wenn ihm dies am Arbeitsplatz passiert oder in einem Land, in dem der Aufruf solcher Seiten verboten ist. So kämpft ein osteuropäischer Einwanderer in den USA schon seit längerem um seinen Ruf und gegen eine Anklage wegen Besitzes von kinderpornographischen Bildern, die auf seinem Rechner gefunden wurden und die nach seinen Angaben durch Browser Hijacking dorthin gelangten. Ebenso verlor ein Beamter im US-Staat Minnesota seine Stelle, nachdem Pornobilder aus seinem Rechner gefunden wurden. In der Berufung versucht er nun zu beweisen, dass auch seinem Fall Browser Hijacking im Spiel war.


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