15. Jun 2004 09:23
Netzbürgerrechtler und Onlinerechtsexperten haben in einer gemeinsamen Erklärung die Einführung eines Pauschaltarifs für Musikdownloads gefordert. Dazu gäbe es keine Alternative.
Die auf der WOS verabschiedete «Berliner Erklärung» setzt auf eine so genannte «Flatrate», mit der Urheber im Internet pauschal bezahlt werden sollen. Diese Kompensationsform sei ohne Alternative, solle es nicht zu einer breiten Einführung von Kontrollmechanismen wie dem von vielen Benutzern verhassten «Digital Rights Management» (DRM) kommen, so die Unterzeichner. An der Erklärung waren neben dem führenden Internet-Rechler Lawrence Lessig auch Wendy Seltzer von der Netzbürgerrechtsvereinigung Electronic Frontier Foundation sowie weitere sechs bekannte Experten aus Europa und den USA beteiligt.Die «Berliner Erklärung» wendet sich an das Urheberrechtsressort der EU-Kommission, das derzeit nach einer Lösung aus dem Internet-Copyright-Dilemma sucht. Die Unterzeichner fordern «Kompensation ohne Kontrolle». DRM-Technik und das massenhafte Verklagen von Dateitauschern wie in den USA und zunehmend auch in Europa seien «keine Lösung» für eine «offene und gerechte Gesellschaft».
In der Online-Musikbranche steht unterdessen eine wichtige Woche an: Am Montag startete OD2, ein britisches Download-Unternehmen, mit Partnern wie MTV, MSN, Tiscali und Packard Bell einen erweiterten Online-Musikladen mit 350.000 Songs. Darüber hinaus wird am Dienstag der Start der Europaversion des iTunes Music Store erwartet, das in den USA Marktführer ist. Weder OD2 noch iTunes verkaufen «Flatrates», sondern nur einzelne Download-Songs. OD2 bietet darüber hinaus auch das einmalige Anhören eines Songs (Streaming) an, das verbilligt verkauft wird.