In einem Interview mit der BBC prangert Satoru Iwata, Präsident des japanischen Videospielherstellers Nintendo, die zunehmende Komplexität von Videospielen an. Das Wettrüsten in den Bereichen Grafik, Steuerung und Prozessoren täusche über einen grundsätzlichen Mangel an Innovation in der Branche hinweg und könne auf Dauer die Kundschaft vergraulen. Bereits nach der Markteinführung von Sonys Playstation 2 im Jahr 2000 äußerte der damalige Nintendo-Präsident und jetzige Vorsitzende des Unternehmens Hiroshi Yamauchi ähnliche Bedenken. Iwatas Äußerungen erfolgen nun zwei Wochen nach der Präsentation von Nintendos Gameboy-Nachfolger «DS» mit Doppelbildschirm und nach der Ankündigung von Sonys tragbarer PSP-Konsole, die Nintendo auf dem Handheld-Markt Konkurrenz machen soll. Microsoft, der dritte ernstzunehmende Player auf dem Konsolenmarkt, arbeitet indes an einem globalen Online-Netzwerk für tragbare Konsolen. Back to the roots
Nintendos DS entspricht laut Iwata einem breiteren demographischen Anspruch und soll Spielern die Möglichkeit geben, auf dem Stand von vor 20 Jahren einzusteigen: «Ich hoffe, die Leute werden erkennen, dass ein DS-Spiel sowohl von einem dreijährigen Kind als auch von einem 50-jährigen, der zum Spiel zurück findet, gespielt werden kann.» Innovativ und einfach Laut Iwata geht es bei Innovation um mehr als nur darum, die Realität möglichst getreu nachzubilden. Das DS soll es Spielentwicklern ermöglichen, innovativ zu denken und dabei Titel zu produzieren, die weniger komplex und einfach zu spielen sind, und damit die Kundschaft bei der Stange halten. Gerüchte, Nintendo wolle sich aus dem Hardware-Geschäft zurückziehen, wies Iwata erneut zurück. Man habe hoch qualifizierte Software-Entwickler, Verständnis sowohl für Spiele als auch für Hardware und «ein sehr starkes finanzielles Rückrat.»
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