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Studie: Klagen mindern Dateitausch nicht

28. Mai 2004 10:08
Die Androhung von Gerichtsverfahren und hohen Geldstrafen hält Internet-User nicht vom Filesharing ab. Sie achten jetzt allerdings darauf, wo sie Musik- und Videodateien tauschen.

Laut einer Studie des kanadischen Netzwerkdienstleisters Sandvine, der Zugriffe bei großen Tauschbörsen untersuchte, sind die meisten der im Netz getauschten MP3- und Video-Dateien urheberrechtlich geschützt und der Tausch somit in den meisten Ländern illegal. Nach den massiven Klagen der Musikindustrieverbände RIAA und IFPI hätte die Tauschbörsen-Nutzung eigentlich dramatisch zurückgehen müssen, die Sandvine-Studie aber besagt etwas anderes: Die User saugen weiterhin unerschrocken Songs und Filme aus dem Netz.

Generelles Wachstum

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Wie die Online-Ausgabe des «New Scientist» berichtet, ist der Anteil des gesamten Internet-Traffics in den USA, der durch P2P-Netzwerke generiert wurde, im letzten Jahr um gerade einmal fünf Prozentpunkte von 70 auf 65 Prozent gesunken. In Europa hat sich der Anteil überhaupt nicht verringert und liegt weiterhin zwischen 70 und 80 Prozent. Da die Internet-Nutzung sowohl in den USA als auch in Europa immer noch ansteigt, bedeutet dies, dass auch die Nutzung der Tauschbörsen weiterhin steigt, was auch den sich ständig ausbreitenden Breitbandzugängen liegen dürfte. Laut Chris Colman von Sandvine sind 30 Prozent aller Breitband-Nutzer in den USA und Europa in Tauschbörsen aktiv, wobei sich speziell in Europa ein Trend zum Download von sehr großen Dateien, die meist komplette Audio-CDs oder Filme beinhalten, abzeichnet.

Einbußen bei Kazaa

Starke Einbußen bei der Zahl der Nutzer hat allerdings die bislang größte und bekannteste Tauschbörse Kazaa zu beklagen. Deren Anteil am gesamten P2P-Traffic ist laut der Sandvine-Studie in den USA von 90 Prozent auf 20 Prozent gefallen, in Europa von 70 auf 20 Prozent. Dafür verzeichneten alternative Netzwerke wie Edonkey, Winmx oder Soulseek starken Zulauf. Colman sieht den Grund dafür darin, dass die RIAA bis jetzt vor allem Kazaa-User verklagt hat und zudem die Börse zu sabotiert, indem sie fehlerhafte und falsch etikettierte Musik-Dateien in Umlauf bringt.

 
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