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Musik-Singles früher im Netz

24. Mai 2004 17:51
Viele CDs sind erst Wochen nachdem sie erstmals im Radio oder Musikfernsehen gespielt wurden im Handel. Legale US-Musikbörsen im Internet versuchen nun, das zu ändern.

Wenn die Plattenindustrie neue Hitsongs veröffentlicht, kann von schneller Verfügbarkeit keine Rede sein: Bis zu zwei Monate dauert es da, bis ein neues CD-Album in den Läden steht - obwohl die Musik schon längst im Radio oder dem Musikfernsehen läuft, der Bedürfnis zum Kaufen also durchaus angeregt wird.

Vorabkopien

Mehr in der Netzeitung:
Kein Wunder daher, dass im Internet schnell Vorabkopien kursieren, die entweder von Journalisten und anderen Frühhörern ilegalerweise ins Netz gestellt wurden - oder ganz schlicht von Fans, die die Titel aus Hörfunk oder MTV mitzeichnen.

In den USA wollen die Plattenlabels dem Problem nun mit Alternativangeboten beikommen. Da der Verkaufsstart von CDs oft vertriebstechnisch tatsächlich Wochen braucht, hat man einen anderen Weg gefunden, das Material schneller an die Hörer zu bringen: Über legale Musikbörsen. Wie die «New York Times» am Montag berichtete, entwickelt sich der Trend verstärkt in den letzten sechs Monaten. Die Musikfirmen hätten verstanden, dass eine frühe Verfügbarkeit gegen Piraterie helfe, weil man seinen Kunden legale Alternativen zu den schwarzen Vorabkopien biete.

Trendsetter

Mehr im Internet:
Trendsetter im Bereich früher «Releases» ist der Apple-Onlinemusikladen iTunes Music Store. Dort konnte man sich etwa in den letzten Wochen die gesamte CD des Rapstars Pete Rock herunterladen, ohne dass sie schon «analog» im Handel gewesen wäre. Experimentiert wird aber vor allem mit Singles: So erschien die Jungrockerin Avril Lavigne mit ihrer neuen Single drei Monate vor der CD, ähnlich lief es bei den «Beastie Boys». Die Plattenindustrie profitiert auch anders von der frühen Veröffentlichung: Sie reaktiviert das fast untergegangene Single-Format. Neben einzelnen Hit-Tracks werden zumeist auch noch «B-Seiten» online angeboten.

Bei Preisen von durchschnittlich 99 US-Cent pro Song greifen die Hörer gerne zu. «Vor einem Jahr gab es noch Labels, die gegen die Vorabveröffentlichung einer Single waren», so Eddy Cue, iTunes-Chef bei Apple, gegenüber der «New York Times», «heute haben sie es alle kapiert». Der iTunes Music Store hat in einem Jahr 70 Millionen Titel verkauft und setzt seit Verkaufsstart auf zahlreiche «Exclusives», also Tracks, die nur in dem Angebot verfügbar sind oder waren. In Europa soll iTunes noch 2004 starten. Aber auch Börsen wie Napster 2.0 nutzen den Vorab-Trend.

 
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