18. Mai 2004 09:15
Microsofts nächstes Windows, «Longhorn», sollte eigentlich mit einem neuen Dateisystem kommen, das Daten in Firmen leichter auffindbar macht. Das Projekt wird sich jedoch voraussichtlich verspäten.
Microsofts Windows-Nachfolger «Longhorn», derzeit für das Jahr 2006 geplant, soll vorerst ohne eine zentrale Neuerung auskommen, die Firmen die Datenhaltung deutlich erleichtern soll. Wie ein für die Server-Software-Entwicklung zuständiger Microsoft-Manager gegenüber US-Medien bestätigte, solle «WinFS», ein neuartiges Dateisystem, das zu den Highlights bei «Longhorn» zählt, in dem neuen Betriebssystem nur teilweise implementiert werden.
«WinFS» wird den Angaben zufolge weder in der Endkundenversion von «Longhorn», noch in der ein Jahr später erscheinenden Server-Variante des Systems vollständig vertreten sein. Statt dessen beschränkt sich die neuartige «Supersuche», bei der Dateien so genannte Metadaten enthalten, die sie deutlich leichter auffindbar machen, vorerst auf lokale Rechner. Das Durchsuchen von Dokumenten in großen Firmennetzen, der Hauptvorteil der neuen Technik, werde 2006/2007 noch nicht möglich sein, so der Microsoft-Vizepräsident Bob Muglia. Als realistischer gilt inzwischen das Jahr 2009 - dann soll es ein passendes «Longhorn»-Update geben.
Das neuartige «WinFS» koppelt das reguläre Windows-Dateisystem NTFS mit einer relationalen Datenbank. So wird es möglich, problemlos sofort in einzelnen Dateien zu suchen, statt nur nach ihren Namen. «WinFS» ist es dabei egal, ob es sich um Word-Dokumente, Mail-Inhalte, Bilder oder gar Multimedia-Dateien handelt - das System soll alle Formate indizieren. Eine entsprechende neuartige Suchfunktion gibt es bereits in aktuellen Vorabversionen von «Longhorn» - beschränkt auf den lokalen Rechner. Allein, die Technik scheint nicht zu «skalieren», also nicht auf größere Server-Infrastrukturen übertragbar zu sein. Bill Gates hatte «WinFS» und seine neuartige Suche zuvor als eines der wichtigsten Elemente in «Longhorn» bezeichnet.