17. Mai 2004 15:58
Firmen bezahlen die Suchmaschine Google nur dann für Reklame, wenn ein Nutzer sie auch anklickt. Teile der Werbebranche kritisieren das Prinzip - Markenanzeigen seien so unmöglich.
Trotz des Booms, den die so genannte «Keyword»-Werbung bei Google und seinen Konkurrenten auslöste, kritisieren Teile der Online-Werbebranche den Trend nun als Fehlentwicklung. Er verhindere, dass klassische «Branding»-Werbung - also Reklame, bei der Marken im Vordergrund stehen - sich endlich auch im Internet durchsetze.Der Grund: Die Abrechnung pro geklicktem Link funktioniere bei Markenanzeigen wenig oder nur schlecht. Ein Parfum oder ein Fahrzeug werden noch selten im Internet gekauft - überhaupt auf die entsprechende Marke aufmerksam gemacht zu werden, sei allein schon eine Leistung. Bei Google zahle der Werbetreibende aber nur für Klicks.
Dave Moore, Chef des Online-Werbers 24/7 Real Media aus New York, hält Googles Ansatz daher für einen Fehler. «Die Suchmaschine erweckt den Eindruck, dass Online-Werbung nur dann zählt, wenn sie geklickt wird», sagte er gegenüber dem US-IT-Nachrichtendienst «News.com». Es sei nicht zu verstehen, warum nicht auch die Banner-Einblendung als Schritt in der Kette zur Kaufentscheidung gewertet würde. Auch andere Online-Werber kritisierten, Googles «Klickreklame» könne dem Internet-Werbemarkt gar schaden, weil sie den Banner entwerte.Google selbst kündigte in der vergangenen Woche an, künftig auch grafische Banneranzeigen zu vermarkten - auf fremden Seiten, nicht innerhalb der Suchmaschine. Auch hier will man ein Pro-Klick-Modell anstreben und nicht für Einblendungen an sich bezahlen lassen. Das neue Werbemodell hat einen einfachen Grund: Markenhersteller werben am liebsten so - nicht über einfache Textreklame.