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AOL verschenkt Spammer-Porsche

06. Mai 2004 14:45
Der Online-Dienst AOL wollte ein Exempel statuieren - und verloste den Porsche eines Spammers, den dieser mit unerwünschten Werbemails verdiente. Gewonnen hat ein 73-Jähriger.

Der Internet-Anbieter AOL hat in einer vielbeachteten Aktion in den USA den Sportwagen eines überführten Spam-Versenders verlost. Gewinner des Porsche Boxter (3,2 Liter, 250 PS, 47.000 Dollar) ist ein 73-jähriger AOL-Nutzer. Rund 1,1 Millionen Nutzer hatten sich zuvor an dem ungewöhnlichen Gewinnspiel beteiligt.

Autos, Häuser, Boote

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  • AOL hatte den Porsche in einem Rechtsstreit mit einem ungenannten kalifornischen Werbemüll-Versender erhalten. «Wir nehmen (ihnen) alles - Autos, Häuser, Boote», so ein AOL-Manager zur aggressiven Anti-Spammer-Strategie des Online-Dienstes. In den USA ist es seit längerem möglich, Versender unerwünschter Spam-Mails gerichtlich zu belangen. Der Spammer, dem der Porsche gehörte, soll eine Milliarde Müllmails verschickt haben, bevor er schließlich gefasst und verklagt wurde.

    «Spam-Fighter an Board»

    AOL nutzte die Verlosungsaktion für ein explizites Statement gegen Spam: Charles Chase, der 73-jährige Gewinner, hielt bei der Übergabe im AOL-Hauptquartier in Dulles, Virginia, ein Schild mit der Aufschrift «Ich bremse nicht für Spammer» hoch, während an dem Auto ein «AOL-Spam-Fighter an Board»-Transparent klebte. Welchem Spammer der Porsche zuvor gehörte, hatte AOL nicht mitgeteilt.

    Zusatzmaßnahme

    Man wolle Spam-Versendern klar machen, dass sich ihr Geschäft nicht lohne, hatte der Online-Dienst beim Start der Aktion betont. Neben technischen Maßnahmen gegen Spam will man künftig weitere Klagen anstrengen. Auch andere große Internet-Anbieter in den USA planen Strafverfolgungsmaßnahmen. In den USA tritt derzeit ein Bundesgesetz gegen Spam in Kraft. Das gilt auch als nötig: 60 Prozent aller Spam-Mails sollen aus den USA kommen, fand eine aktuelle Studie heraus.

     
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