06. Mai 2004 08:57
Der Microsoft-E-Mail-Dienst Hotmail hat ein Abkommen mit einer Firma geschlossen, die E-Mail-Werbern das Durchdringen von Spam-Filtern erlaubt. Nur «gute» Reklame darf ins Postfach.
Eine so genannte «weiße Liste» («Whitelist») soll E-Mail-Marketing-Firmen den Zugriff auch auf den in letzter Zeit als zunehmend gut geschützten Webmail-Dienst von Microsoft erlauben. Zuvor waren viele ihrer Mails im Hotmail-Spamfilter ausgefiltert worden. IronPorts so genannter «Bonded Sender»-Dienst ermöglicht es Werbefirmen, die eine bestimmte Summe Geld hinterlassen sowie sich verpflichten, bestimmte Auflagen zu erfüllen, Hotmails Filter unbeschadet zu passieren. Künftig gelten deren Botschaften nicht mehr als Spam - sie werden daher vom Spam-Filter nicht weiter analysiert. 20.000 Dollar Kaution sind laut IronPort zu zahlen. «Außerdem müssen die Unternehmen zeigen, dass sie in letzter Zeit verantwortungsvoll mit E-Mail umgingen», so IronPort. Es müsse außerdem möglich sein, dass Kunden sich von den Werbe-E-Mails abmelden könnten («Opt-Out»).
IronsPorts Geschäftsidee: E-Mail wieder «verlässlicher» zu machen. Derzeit werden zunehmend Botschaften - auch legitime - von Filtern wie dem von Hotmail blockiert - Dienste wie «Bonded Sender» sollen dies verhindern. Die hohe Summe von 20.000 Dollar soll es für Spammer unattraktiv machen, sich bei «Bonded Sender» anzumelden. Allerdings ist Spam inzwischen ein Millionengeschäft. IronPort will dafür sorgen, dass sich all seine Kunden an einen strikten E-Mail-Verhaltenscodex halten. Neben Hotmail sollen auch andere Microsoft-Dienste wie MSN in das IronPort-Angebot aufgenommen werden.