netzeitung.deUS-Plattenindustrie klagt wieder

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Nutzer von Musiktauschbörsen in den USA sind erneut von einer großen Klagewelle des Labelverbandes RIAA betroffen. Seit dem vergangenen Jahr wurden bislang 2500 User gerichtlich belangt.

Der Verband der amerikanischen Musikindustrie, die RIAA, hat erneut Nutzer von Musiktauschbörsen verklagt. Diesmal sollen 477 Personen betroffen sein - darunter vor allem Studenten.

Man habe sich auf 14 Universitäten konzentriert, so RIAA-Chef Cary Sherman. Seit Start der Klagewelle vor rund acht Monaten wurden insgesamt 2500 Anbieter urheberrechtlich geschützter Werke belangt, die diese über Angebote wie Kazaa oder Morpheus online gestellt hatten. Man gehe dabei vor allem gegen Personen vor, die besonders viele Titel illegal anböten, so die RIAA.

Zusatzmaßnahme
Die neuen Klagen seien eine «Komplimentärmaßnahme», so Sherman, die neben neuen legalen Musikangeboten, die an immer mehr Universitäten gemacht würden, um die Studenten zu erinnern, dass der Musikdateitausch «illegal» sei. Wie in den vorherigen Klagekampagnen üblich, besitzt die RIAA bislang nur die IP-Adressen der Delinquenten, nicht jedoch ihre Namen.

Der Plattenindustrieverband versucht nun, diese über die Provider herauszufinden - in diesem Fall die Universitäten. Bisher hatte man damit häufig Erfolg, allerdings weigerten sich große Internet-Anbieter bereits, dem Folge zu leisten. Die RIAA geht aber davon aus, dass dies nach US-Recht zu erfolgen habe.

Klagen in Deutschland
Auch in Deutschland wurden mehrere Dutzend Verfahren gegen Musiktauschbörsennutzer eingeleitet, wie der Branchenverband IPFI im März mitteilte. Auch hier hofft die Plattenindustrie, dass die Provider Namen und Anschrift der Beklagten herausgeben. Während in den USA Beklagte bereits etliche Tausend Dollar in außergerichtlichen Einigungen mit der RIAA zahlen mussten, ist hier zu Lande noch völlig unklar, was ein entdeckter Anbieter von Musik in Tauschbörsen zu berappen hat. Gegen das reine Herunterladen von Musikstücken gehen werde RIAA noch IPFI vor.

Die neuen RIAA-Klagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem legale Musik-Download-Angebote in den USA zunehmend als erfolgreich gelten. So verkaufte Apples marktführender iTunes Music Store in 12 Monaten rund 70 Millionen Songs, wie der Anbieter am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zu den illegal ausgetauschten Titeln gilt diese Zahl allerdings als verschwindend gering.


Für das Web ediert von Ben Schwan